Folge 11: Marathon statt Sprint - Strategie und Authentizität bei Hochschul-Podcasts

Inside HKomm - Der Podcast – Folge 11

Es beginnt alles mit einer Idee. Vielleicht willst du ein Unternehmen gründen. Vielleicht möchtest du ein Hobby in etwas Größeres verwandeln. Oder vielleicht hast du ein kreatives Projekt, das du mit der Welt teilen möchtest. Was auch immer es ist – die Art und Weise, wie du deine Geschichte online vermittelst, kann einen gewaltigen Unterschied ausmachen.

Mach dir keine Gedanken darüber, professionell zu klingen. Klinge einfach wie du selbst. Es gibt über 1,5 Milliarden Websites da draußen, doch es ist deine Geschichte, die diese von allen anderen unterscheiden wird. Wenn du deinen Text laut vorliest und in deinem Kopf nicht deine eigene Stimme hörst, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass du noch Arbeit vor dir hast.

Sei klar, sei selbstbewusst und denk nicht zu viel nach. Das Schöne an deiner Geschichte ist, dass sie sich immer weiter entwickeln wird – und deine Website mit ihr. Dein Ziel sollte darin bestehen, dass sie sich im Hier und Jetzt richtig anfühlt. Alles Weitere kommt von selbst. Das tut es immer.

Ina Teloudis: Herzlich willkommen, Inside Hochschulkommunikation oder kurz Inside HKomm. Wir sind der Podcast für alle, die Hochschul- und Wissenschaftskommunikation gestalten, weiterdenken und vernetzen wollen. Ich bin Ina Teloudis und ich freue mich heute sehr auf die Folge, denn wir sprechen über ein Thema, für das ich als ehemalige Radiotante echt Feuer und Flamme bin: Audio-Content und Podcast. Also jeder kennt sie, jeder hört sie und auch aus der Hochschul- und Wissenschaftskommunikation sind sie eigentlich nicht mehr wegzudenken. Podcasts schaffen Nähe, geben Forschung eine Stimme und sie funktionieren oft ganz, ganz anders als klassische Kommunikationsformats. Für manche Hochschulen sind Podcasts längst fest etabliert, für andere sind sie ein Experiment oder etwas, das man irgendwann mal machen sollte. Und wir wollen heute gemeinsam schauen: Was machen denn Podcasts im Wissenschaftskontext stark? Welche Formate funktionieren? Wie misst man Erfolg und wie viel Aufwand steckt eigentlich dahinter? Also unser Ziel für heute, so fundiert wie nötig, nicht so super technisch, so, dass wir alle gleich googeln müssen, sondern wir wollen gucken, dass wir euch verständlich, praxisnah einen echten Einblick hinter die Kulissen geben. Und dafür sind heute drei ganz unterschiedliche Gäste eingeladen, alle digital zugeschaltet. Zum einen ist das Melanie Bartos von der Uni Innsbruck. Hallo Melanie.

Melanie Bartos: Hallo, vielen Dank für die Einladung.

Ina Teloudis: Dann ist Christian Friedrich da. Du bist selbstständiger Berater für Hochschulkommunikation, unter anderem. Hallo Christian.

Christian Friedrich: Hallo. Danke für die Einladung.

Ina Teloudis: Und mein Kollege Rüdiger, Produzent dieses Podcasts, Toningenieur und heute nicht nur im Hintergrund, so wie bei jeder Folge, sondern auch als Gast mit dabei. Hi Rüdiger.

Rüdiger Laube: Hallo auch von mir.

Ina Teloudis: Ja, schön, dass ihr da seid. Seid ihr so lieb und macht's mir mal einfach und stellt euch selber einmal ganz kurz vor. Wer seid ihr, was macht ihr so im Tagesgeschäft, was ist der Podcast-Bezug? Melanie magst du anfangenß

Melanie Bartos: Ja sehr gerne. Ich bin die Melanie Bartos, wie gesagt, ich bin Wissenschaftskommunikatorin an der Universität Innsbruck. Ich habe einen Schwerpunkt unter anderem auf multimediale Formate und ich glaube der Grund, warum ich heute hier zu Gast bin ist, dass ich seit über 10 Jahren den Podcast der Universität Innsbruck betreue, der heißt "Zeit für Wissenschaft". Und gleichzeitig bin ich im Team rund um Wissenschaftspodcasts.de, das inzwischen recht große Portal, wo sich viele Wissens- und Wissenschaftspodcasts sammeln. Und ich fühl mich sehr verbunden mit dem Sendezentrum, Kombinat für angewandte Radiotheorie, das im Umfeld des Chaos Computer Clubs anzusiedeln ist. So in der Kurzform.

Ina Teloudis: Ganz komprimiert. Christian?

Christian Friedrich: Ich bin auch so seit ungefähr 10 Jahren im Kontext Podcasting unterwegs im Bildungs- und Wissenschaftsbereich, auch zivilgesellschaftlichen Bereich. Berate, moderiere, konzipiere da vor allem Audioformate, Podcasts. Nutz das aber auch immer mal wieder, weil mit der anderen Hälfte meines Berufslebens bin ich Berater für Organisationsentwicklung in Hochschule, Bildung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft. Und auch da kommt's immer mal wieder vor, dass ich zumindest so einen kollateralen Nutzen aus dem Podcasting ziehen kann.

Ina Teloudis: Rüdiger?

Rüdiger Laube: Ja, seit gut vier Jahren produziere ich mit Ina zusammen beim Mandarin Podcasts und bin in der Agentur auch als Konzepter und Texter im Rennen. Und ich habe sehr, sehr viele Jahre in Tonstudios verbracht, immer mit Schwerpunkt Sprachproduktion. Das heißt von TV- und Radiospots bis zu Hörspielen, Kommentaren, Filmsynchronisation, all sowas. Das heißt, ja, über die Jahre ist gesprochenes Wort irgendwie meins geworden.

Ina Teloudis: Melanie, du hast ja gerade schon angerissen:  Du beschäftigst dich seit vielen, vielen Jahren mit dem Thema Wissenschaftspodcast. Warum ist das genau das richtige Tool? Oder wie ist das zu deinem Steckenpferd geworden?

Melanie Bartos: Das ist eine sehr große Frage. Ich glaube da gibt's ganz viele unterschiedliche Ebenen, warum das ein sehr gutes Tool ist, gerade im Kontext der Wissenschaftskommunikation und Wissensvermittlung generell. Auch wenn wir's historisch betrachten, war der Bereich ja einer der ganz frühen, wo das eine große Beliebtheit gewonnen hat. Aus der Perspektive der Wissenschaftskommunikation generell ist mir da immer wichtig zu betonen, dass wir ja aus der Forschung auch rund um das Thema Wissenschaftskommunikation wissen, dass wir sehr gut darin beraten sind, auch die Prozesshaftigkeit der Wissenschaft darzustellen, gut darin beraten sind, auch die Akteurinnen und Akteure dahinter vor den Vorhang zu holen, im wahrsten Sinne des Wortes, auch im Sinne von tatsächlich eintauchen lassen in die jeweiligen Forschungsgebiete beispielsweise. Dafür sind Podcasts ein wahnsinnig gutes Tool, weil sie auch aufgrund ihrer Konzeption viel Freiräume lassen, viel Zeit lassen im wahrsten Sinne des Wortes, um die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, oder auch eben den ganzen institutionellen Kontext rundherum entsprechend zu Wort kommen zu lassen. Und ich glaube, dass Podcasts aufgrund ihrer Gestalt sozusagen ein wahnsinnig sinnvolles Tool sind, gerade in dem Zusammenhang, weil sie eben Zugang zu vermeintlich komplexen Themenbereichen ermöglichen, dadurch dass man den Raum hat, sie auf entsprechende Weise darzustellen. Beispielsweise durch Erzählungen der Wissenschaftlerinnen selbst. Und andererseits eine gewisse Form der Nähe ermöglichen, die wir aufgrund des Mediums per se haben. Die Aufmerksamkeit, die Hörerinnen und Hörer dem was sie anhören gegenüberbringen, wissen wir ja auch aus vielen verschiedenen Studien, ist eine sehr große, also wir haben eine gute Aufmerksamkeitsspanne, verhältnismäßig, wenn wir auch an andere Medien denken, grade in der Onlinekommunikation. 

Ina Teloudis: An der Uni Innsbruck. Wie viele Podcasts habt ihr da aktuell im Rennen, kannst du das sagen?

Melanie Bartos: Das ist eine sehr gute Frage. Ich würde sagen, das Gute daran ist, ich kann's nicht mehr beantworten, weil ich den Überblick nicht mehr habe, aber ich würde sagen, das spricht sehr dafür und nicht dagegen. Das war am Anfang natürlich vor 2014 noch, war das eine ganz andere Sache. Da war das ja alles noch eine sehr exotische Angelegenheit, nicht nur hier intern an der Uni, sondern generell im gesamten deutschsprachigen Raum, gerade im Kontext von institutioneller Wissenschaftskommunikation. Inzwischen gibt es einige Formate auch hier bei uns an der Universität Innsbruck. Ich kann sie nicht zählen, aber man sieht daran, dass natürlich Podcasts als Kommunikationsmittel sich, glaube ich, auch fix etabliert haben in der Frage nach welchen Kommunikationsmitteln suche ich denn und wie kann ich welche Zielgruppen entsprechend erreichen. Podcasts sind, und das würde ich nicht nur in der Wissenschaftskommunikation sagen, sondern ganz generell auch mit einem Blick auf die allgemeine Medienlandschaft, ein Format, das gekommen ist, um endgültig zu bleiben. Auch wenn wir so viele Wellen und Hypes darum hatten. Ich würde, und das mache ich auch in meinen Podcast-Workshops inzwischen mit sehr viel Selbstbewusstsein sagen, dass Podcasts ein etabliertes Medienformat sind neben den schon bekannten bestehenden. Und sich so auch entsprechend zu sehen ist. Das heißt, dementsprechend ist natürlich auch ein logischer Schritt, dass wir auch in einer Institution der Größe wie der Uni Innsbruck, die ja doch mehrere 10.000 Leute dann insgesamt zusammenbringt, entsprechende Situationen haben, wo Menschen sich dazu entscheiden, das als Kommunikationsmittel zu verwenden. Gerade natürlich auch im studentischen Bereich sehr interessant zu beobachten, weil die jüngeren Generationen, die auch jetzt die letzten Jahre an die Universitäten kommen, schon viel selbstverständlicher mit dem Format umgehen als das noch vor 10 Jahren der Fall war.

Ina Teloudis: Christian, wer sind die Treiber in den Hochschulen? Also so wie Melanie das gerade sagt an der Uni Innsbruck, das scheint das ja auch sehr aus der Fachschaft heraus zu sein, aus den Studierenden heraus zu sein, dass sie sagen, wir haben was zu erzählen, das Medium der Wahl ist jetzt ein Podcast, wir machen das jetzt. Und dann kommt Melanie und sagt denen, wie's geht, hoff ich. Das kommt später erst, ne? Es geht ja wahrscheinlich vorher los, dass die Hochschulleitung irgendwann sagt, wir haben noch keinen Podcast, wir haben erst einen Podcast, oder wir hatten mal einen, ist eingeschlafen. Wie ist da so der Weg? Was würdest du sagen?

Christian Friedrich: Ich glaube das lässt sich gar nicht so ganz verallgemeinern. Was ich aber schon beobachte und vielleicht verallgemeinern kann, ist, dass sich das in den letzten Jahren ein Stück weit geändert hat. Also als ich vor 8, 9 Jahren das erste Mal an einer Hochschule war und einen Podcast-Workshop gegeben habe, da waren das eigentlich immer diejenigen, die irgendwie ohnehin schon engagiert waren. Da ging's oft um Podcasts in der Lehre und die erste fixe Idee war oft, aus meiner Sicht vielleicht traurigerweise noch, die aufgezeichnete Vorlesung irgendwie als Audio in den Feed zu kippen und dann daraus irgendwas in der Lehre zu machen. Und das hat sich dann aber in 2, 3 Jahren danach schon stark gewandelt. Da ging's dann eher wie Melanie schon angesprochen hat um eher studentische Formate. Da kamen dann auch eher strategische Überlegungen dazu, dass auch Einrichtungen in Hochschulen oder die zentrale Stelle für Kommunikation eben gesagt hat, wir möchten jetzt auch über Podcasts wirklich nachdenken. Und nach meinem Eindruck hat sich das so ein Stück weit gewandelt, dass es dann eben auch, wie Melanie gerade schon gesagt hat, auch Teil des Repertoires wird, in dem ich als Hochschule, in dem ich als Forschungseinrichtung, in dem ich als vielleicht auch Einheit einer Einrichtung irgendwie kommunizieren möchte. Und ich erleb's jetzt auch immer mal wieder, dass das schon fast gekippt ist. Also ab und zu passiert es mir, dass mich Forschende ansprechen und sagen: "Also wir haben hier diesen Forschungsantrag, da mussten wir auch was zu Kommunikation schreiben. Da haben wir einfach mal reingeschrieben, dass wir auch 'nen Podcast machen müssen. Und Mist, jetzt ist das angenommen, was machen wir jetzt?"

Ina Teloudis: Okay.

Rüdiger Laube: Die Frage lautet, was macht ihr dann?

Christian Friedrich: Na als erstes gucke ich mir ehrlicherweise dann mal das Thema an und frag auch warum es dazu kam. Also manche haben glaube ich so ein bisschen wie bei KI im Moment, so so das Gefühl, Podcasts als so eine Box ticken zu müssen, weil das irgendwie gehört werden will, nach ihrem Eindruck. Wenn es so ist, dann lässt sich daraus glaube ich auch immer mal wieder was machen. Aber im ersten Fall versuche ich eigentlich dem Warum auf die Spur zu kommen. Also warum steht da jetzt Podcasting drin, was war denn euer Ziel damit? Soll das irgendwie eine internationale große weltweite Community adressieren? Ist der Podcast dazu da irgendwie nur die Forschungsergebnisse in die Nische der Community zu tragen? So soll das irgendwie in die breite Öffentlichkeit? Also da gibt's ja x Möglichkeiten über 'nen Podcast auch nachzudenken.

Ina Teloudis: Die Frage Nummer eins ist, wenn ich mir überlege 'nen Podcast zu machen, was ist überhaupt das Ziel meines Podcasts? Wer ist überhaupt meine Zielgruppe, was möchte ich überhaupt kommunizieren, was soll am Ende bei rumkommen? Und dann ist natürlich die Frage, gibt's das eigentlich schon? Macht das schon irgendjemand? Oder ist das egal, weil jede Hochschule, jede Uni hat sowieso, ich übertreibe, die gleichen Themen.

Christian Friedrich: Also ich glaube, beide Fragen, die du stellst, sind irgendwie wichtig. Also 'nen gleichnamigen Podcast in der gleichen Disziplin zu machen wie jemand anders auch, mit 'ner ähnlichen Zielgruppe und ähnlichen Themen, wär jetzt vielleicht nicht mein erster Ratschlag. Und gleichzeitig kann's aber total gut sein, dass es eben doch Sinn ergibt, weil's irgendwie geografische Unterschiede gibt, weil's demografische Unterschiede gibt in der Zielgruppe. Oder was auch immer es ist. So im Vorgespräch, es klingelt noch in den Ohren, hat Melanie gesagt "Im Internet ist doch Platz".

Melanie Bartos: Ja.

Christian Friedrich: Und gleichzeitig, wenn das Ziel aber nur ist in Anführungszeichen auf die Brand des …. du hast jetzt Unternehmenspodcast angesprochen, das ist ja fast schon 'n verschrienes Format teilweise. Wenn ich das sozusagen als Template nehme und versuche damit Hochschulkommunikation zu denken, dann ist das oft glaube ich 'n bisschen kurz gedacht. Also eben dieses persönliche Momentum, was Melanie ja auch eingangs angesprochen hat, Podcast schon fast als vertrauensbildende Maßnahme zu denken, wenn ich da in so 'ner Corporate Podcast Logik rangehe, dann werde ich glaube ich vielen Potenzialen von so 'nem Podcastformat auch nicht gerecht.

Ina Teloudis: Das ist auch das, wo ich hinwollte, wenn wir jetzt gucken, wann ist 'n Podcast erfolgreich, wann hat er seine Daseinsberechtigung, ne? Das ist ja das, was du auch gerade schon sagtest,  hat er auf jeden Fall, in jedem Fall. Es muss am Ende ja keine Hörerschaft im Tausenderbereich bei rumkommen, wenn ich mit meinem Podcast genau die richtigen 300 Leute pro Folge erreiche. Dann habe ich 'n erfolgreichen Podcast. Ist das bei euch 'n Thema Melanie, dass ihr sagt Erfolgsmessung ist uns wichtig oder ist das wirklich zweitrangig?

Melanie Bartos: Na ich glaube, dass man da die prinzipielle Ausgangslage vielleicht ein etwas anders definiert, denn ich würde sagen, dass kommunikationsstrategische Maßnahmen gerade im Kontext der Wissenschaftskommunikation, auch im institutionellen Bereich, wo ich mich immer gerne bisschen dagegen verwehre, das als Marketing zu bezeichnen gerade bei öffentlichen Hochschulen, dass man da ja schon prinzipiell einen anderen Zugang insofern anlegt, als dass man sagt, man hat als öffentliche Bildungsinstitution vielleicht auch in gewisser Weise den Auftrag möglichst niederschwellig, breit und allgemein verständlich zu informieren und dann entsprechend auch die Formate, die sich dafür besonders gut eignen zu wählen. Und wenn man dann sagt, gute Podcasts sind aus verschiedenen Überlegungen, die ja jetzt schon angesprochen wurden, dafür ein ganz besonders gut geeignetes Medium aus unserer Sicht, dann sind glaube ich die Grundvoraussetzungen, warum man sich dazu entscheidet so ein Format zu gestalten, schon einmal andere. Dann möchte ich das durchaus gerne noch einmal betonen, was Christian jetzt auch schon erwähnt hat, ist dieser schöne Spruch, denn im Internet ist immer Platz. Also die Daseinsberechtigung würde ich gerade bei Podcasts, oder ich würde es als Luxus sehen, dass wir das glaube ich immer noch halten können, dass die Daseinsberechtigung eines Podcasts sich nicht aus der Reichweite in diesem klassischen Sinne nur speist, wie du schon richtig gesagt hast. Und das kann ich aus unserer Sicht nur noch einmal weiter betonen, wenn wir eine Journalistin oder einen Journalisten haben, der bei uns zuhört und dann daraus weitere Geschichten macht oder die Wissenschaftlerin als entsprechende Expertin dann nachhaltig in einer Medienlandschaft etabliert ist, dann ist das für uns ein enormer Mehrwert, es war aber nur ein Zuhörer. Also insofern sind diese Zahlen für uns nicht wirklich immer so relevant und ausschlaggebend. Jetzt machen wir da natürlich kein Privat-Spaßprojekt, aber die Hörerinnenschaft baut man sich über Jahre auf. Das heißt, das sind langfristige Ansätze. Selbst wenn man sagt, man hat ein abgeschlossenes Projekt, dann wird man's eher so gestalten, dass das dann auch mehr oder weniger zeitsouverän im wahrsten Sinne des Wortes auch inhaltlich nachhörbar ist, auch wenn das Projekt abgeschlossen ist. Aber insgesamt ist ja der Aufwand, den man auch betreibt, dann so als langfristige Konzeption durchaus zu sehen in jeder Hinsicht. Und insofern können, gerade bei uns kann ich sagen, bei Zeit für Wissenschaft poppen dann irgendwo Episoden auf, die ich vor 8 Jahren gemacht habe und dann gibt's da plötzlich wieder Aufmerksamkeit auf dieses Thema. Deswegen ist die Reichweite ein ganz zersprenkelter Informationswert gerade auch beim Thema Podcasting und deswegen war das nicht per se ausschlaggebend. Ich bin auch in der mir durchaus sehr bewusst luxuriösen Position, dass ich keine Zahlen irgendwo reporten muss, was das betrifft, sondern dass wir das ja wirklich eher auf einer qualitativen Ebene aufgezogen haben als auf einer quantitativen. Aber natürlich freut man sich dann, wenn man Feedback bekommt und merkt okay das zieht Kreise im deutschsprachigen Raum oder wenn's dann so wie jetzt ja schon seit einiger Zeit leider nicht mehr so viel Zeit zum Podcasten selber habe, dann ab nächstem Jahr wieder, aber dass es dann Nachfragen gibt, wann gibt's denn wieder neue Episoden aus Ecken, die man überhaupt nie in der Hörerinnenschaft verortet hätte. Dann weiß man, okay da da da gibt's schon gewisse Reichweiten und das freut einen natürlich und dafür macht man's. Und ich möchte da auch noch mal betonen, was uns ganz viel wert ist, wenn's um diese Werthaftigkeit des Podcasts geht, ist auch das, was wir von den Wissenschaftlerinnen als Feedback bekommen, die bei uns im Podcast zu Gast sind, weil sie das selber zumindest eigentlich fast immer, was ich bisher an Rückmeldungen erhalten habe, für sie selber als wertvolle Erfahrung schätzen. Also das sind ja auf ganz vielen Ebenen dann Dinge, die sich jenseits einer Reichweitenlogik abspielen.

Ina Teloudis: Wenn du in der Hochschullandschaft unterwegs bist, du musst ja trotzdem sagen, pass auf, liebe Leitung, liebe Hochschulleitung, wir möchten jetzt gerne Podcasts machen. Das ist der vierte oder fünfte schon. Mit Recherche, mit Produktion und alle Mann zusammen. Wir haben ein, zwei Gäste. Stellst du uns dafür frei? Gibst du uns die Zeit? Aber wir sagen dir auch gleich, das wird jetzt nicht sofort 'ne Riesenwelle auslösen und das ist kein Sprint, das ist 'n Marathon, aber wir werden damit Sichtbarkeit für die und die und die Themen bekommen. Man braucht absolut doch Rückhalt von der Hochschulleitung, dass sie sagen, okay macht mal, oder?

Melanie Bartos: Ja natürlich. Das mein ich ja, das muss so ein generelles Commitment sein, sich mit diesem Format auseinanderzusetzen. Es ist ein Format, wo's ja fast schon eher überraschend ist, wenn eine Institution oder sonstige Akteurinnen in dem Umfeld, wenn sie keinen Podcast haben, als wenn sie welche einen oder oft auch mehrere haben. Also das hat sich auch sehr sehr gewandelt und insofern ist glaube ich der Rückhalt, wenn man jetzt mit einem Podcast als Kommunikationsmittel argumentiert, wahrscheinlicher geworden über die Jahre und auch nicht mehr so schwer argumentierbar. Würde ich jetzt einfach einmal behaupten, aber nichtsdestotrotz, und da kann der Christian sicher auch noch mehr dazu berichten als ich das kann, ist es natürlich eine Entscheidung, die auch mit Ressourcen unterlegt werden muss, die sich darin abbilden, wie viel Zeit wer im Team wofür zur Verfügung stellen kann oder nicht. Denn gerade am Anfang, also grad beim Neuaufsetzen von 'nem Podcast bis sich das alles so eingespielt und etabliert hat, kann man jetzt da nicht behaupten, dass das kein Aufwand wäre. Also insofern muss braucht's dieses Commitment, so wie bei jedem anderen Kommunikationsprojekt natürlich, ja.

Christian Friedrich: Wir unterstreichen uns hier gegenseitig, denn das braucht halt auch so 'n bisschen 'nen längeren Atem, 'nen Podcast hintereinander zu kriegen, den so zu konzipieren wie man das haben möchte, grad wenn's das erste oder zweite Format erst ist mit den beteiligten Personen. Dann geht's doch oft so 'n Stück weit darum mit 'nem Format vielleicht auch nach 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 Folgen noch mal 'n bisschen was zu ändern, noch mal was anzupassen. Da gehört auch so 'n Stück weit 'ne Bereitschaft zu, auch mit 'nem nicht ganz fertigen Ding mal rauszugehen und einfach zu gucken, wie funktioniert das denn. Das ist grad finde ich bei Podcasts wichtig. Wenn ich das irgendwie so lange schneide, bis es aus meiner Sicht perfekt ist, dann ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung eigentlich schon lange vorbei. Und erst nach 'nem Jahr, eineinhalb wird's eigentlich erst so, zumindest bei üblichen Formaten, so richtig interessant auch zu gucken, wenn sich so über die Zeit vielleicht sowohl die die quantitativen Measurements, die's da so gibt, irgendwie entwickeln und ich merke okay ich generiere 'ne bestimmte Reichweite. Das war aber auch wirklich nicht mein erster Fokus. Einer der ersten Sätze in so Erstgesprächen ist eigentlich immer nicht nur auf diese quantitativen Merkmale zu gucken, sondern wie Melanie schon sagte: Wenn's die eine Journalistin ist oder wenn's die Gruppe von Studierenden ist, die sich für 'ne Hochschule entscheiden. Oder was auch immer es ist an qualitativem Feedback. Die Forschenden, die auf der Fachkonferenz von anderen Forschenden angesprochen werden und irgendwie in der Mittagspause zu hören bekommen, dass man das Format gerne höre, weil es irgendwie das ganze Thema nahbar macht oder für die Disziplin steht. Oder was auch immer es ist. Das sind alles Dinge, die auch dabei beachtet werden sollten, warum ich 'nen Podcast mache und wo ich irgendwie auch die Gratifikation dafür herhole. Und dann braucht es halt auch so 'n bisschen, gerade zu Beginn vielleicht auch, zeitlose Themen will ich nicht sagen, aber so in die Richtung, dass dann eben auch jemand, der bei Folge 13 erst auf mich aufmerksam wird, in gerne auch noch mal den Backkatalog hört und sagt, ich hör jetzt mal Folge 1 bis 12 durch, weil Folge 13 hat mir ganz gut gefallen.

Ina Teloudis: Ist wahrscheinlich auch, es sei denn, es geht jetzt um brandaktuelle heiße Forschungsthemen, eher die Regel, ne? Dass Content auch eher zeitlos ist. Melanie, was du gerade auch noch gesagt hast und das ist Christian macht so ein bisschen rund mit dem, was du gerade gesagt hast. Wir haben ja verschiedene Währungen im Podcast. Das ist einmal die Journalistin, die vielleicht Kontakt aufnimmt, aber ich finde es auch unheimlich wertschätzend, wenn ich sage, pass auf, wir reden jetzt 'ne Stunde über dein Thema. Oder du hast jetzt 'nen Podcast zu deinem Thema. Weil wann und wo können wir in dieser Tiefe in irgendein Thema absteigen und uns wirklich auch die Zeit nehmen. Wüsste ich jetzt nicht, wo das geht an anderer Stelle.

Melanie Bartos: Ja. Das war ja auch eines der großen Argumente, die wir dann damals vorgebracht haben, um auf dieses Format zu setzen. Auch wenn das, wenn das dann durchaus einen experimentellen Charakter immer hat. Aber ich finde auch das ist eine Stärke von diesem Format, auch diese Möglichkeit der Weiterentwicklung, so wie's Christian jetzt erwähnt hatte, dass man das über Episoden hinweg aus Learnings, die man eigentlich nur im Sinne von Learning by Doing dann tatsächlich gewinnen kann, sich weiterentwickeln kann und so eigentlich ein sehr lebendiges Format hat, das sich sowohl über abgeschlossene Projektdauern etablieren kann, aber genauso dann wirklich über Jahre hinweg weiterbestehen kann. 

Rüdiger Laube: Christian, du hattest vorhin bei den Zielgruppen von künftigen Studierenden gesprochen. Ich bin jetzt gerade bei den aktuellen Studierenden. Wie wichtig sind dir oder euch beiden diese internen Zielgruppen, die ihr da habt? Das wird sicherlich je Konzeption unterschiedlich sein, aber auch als eigener Stempel, den jetzt eine Uni, eine Fakultät, was auch immer sich da gibt. Wie wichtig schätzt ihr die ein?

Christian Friedrich: Ich kann mir schon gut vorstellen, dass das oder es ist schon passiert, dass das Teil der Überlegung war. Gerade weil 'ne Hochschule, 'ne Universität ja nun auch ein sehr verästeltes System ist so im deutschsprachigen Raum, ne? Also da gibt's wenige Leute, die irgendwie durch ein oder zwei Kommunikationskanäle irgendwie in der Lage sind 100% der Mitglieder einer Einrichtung irgendwie abzuholen. Und da kann Podcast glaube ich schon 'n Mittel sein. Ich würd auch da glaube ich überlegen, ich kenn's sozusagen von meiner Beratungstätigkeit, dass immer wieder auch, wenn so so Transformationsprozesse anstehen, zumindest drüber nachgedacht wird, so was wie einen Podcast auch in der internen Kommunikation zu verwenden. Und da kann das total gut funktionieren. Gerade bei so Projekten, die auch, wie soll ich sagen, 'ne gewisse Unsicherheit vielleicht auch erzeugen, bei Podcasts eben mit den Nebensätzen ganz gut funktionieren. Also während ich 'ne Pressemitteilung irgendwie ja mir jedes Komma überlege, wo ich setze, wird das in 'nem Podcast spätestens ab Minute 12 1/2 irgendwie nicht mehr so richtig funktionieren. Und dann erkenne ich vielleicht als Zuhörerin, als Zuhörer auch mehr über die Motivation oder die Beweggründe für bestimmte Entscheidungen oder oder oder. Und da könnte ich mir schon vorstellen, dass es auch in Hochschulen ein sinnvolles Instrument für die Kommunikation sein kann. Es gehört aber dazu, dann glaube ich auch immer der Wille, sich auch als Senderin, als Sender auf so 'n Stück weit 'ne Unsicherheit einzulassen. Weil ich weiß eben vorher noch nicht immer genau, was ich dann zum Beispiel sagen werde oder wie ich's aufbereiten werde. Klar gibt's den Schnitt, aber da gehört schon auch 'ne gewisse, na ich will's nicht Risikobereitschaft nennen, aber 'ne gewisse bewusste Entscheidung irgendwie auch dazu, das als Medium zu nehmen, wenn ich zum Beispiel in in 'nem Transformationsprozess bin. Und dann wiederum, wenn's drum geht, Studierende von außen an- anzuwerben oder auch Mitarbeitende von außen, vielleicht auch auf die Hochschule, auf die Uni aufmerksam zu machen, dann ist das natürlich wieder was ganz anderes und was nach außen gerichtet ist.

Ina Teloudis: Ja, wo du gerade sagtest, so abgeschlossene Projekte, so interne Employer Branding Prozesse transparent darstellen. Das ist so so'n Klassiker, ne? Welche Formate gibt es neben den klassischen Wissenschaftskommunikation und Studierenden, ich nenn's noch mal Marketing, was sind so die gängigen Formate an Hochschulen und Unis? Gibt's da noch weitere?

Melanie Bartos: Also wir haben zum Beispiel auch einen Podcast, der vom Betriebsrat kommt, der wirklich nur in der internen Kommunikation stattfindet, wo der Betriebsrat die jeweiligen Akteure über diesen ganzen großen Betrieb hinweg selber zu Wort bittet, um mal prinzipiell zu erklären, wie gewisse organisationsstrukturelle Dinge eigentlich ablaufen oder eben um wirklich gezielt zu informieren, wenn neue für Mitarbeiterinnen relevante Dinge eingeführt werden. Was auch immer das dann sein möge. Das gibt's jetzt auch schon relativ lang. Was noch einmal unterstreicht, wie vielfältig Podcasts eigentlich einsetzbar sind, wie's der Christian ja auch schon umrissen hat. Also natürlich bildet sich das dann auch auf der Ebene von Hochschulen oder Universitäten entsprechend ab, dass die dann auch für andere, würde ich sagen vor allem auch interne Kommunikationsangelegenheiten genutzt werden, weil sie sich einfach sehr gut dafür eignen.

Christian Friedrich: Ja. Ich weiß, dass verschiedene Asten Podcasts haben oder auch Mitglieder eines Studierendenparlaments auch hergehen und sagen, ich mach jetzt mal 'nen Podcast zu der internen Hochschulpolitik. Also da haben wir natürlich wiederum die Formate, die Lehrende produzieren und die auch außerhalb der Hochschule erreichbar sind oder oft sind. Manchmal bleiben die dann aber auch in der Lehrveranstaltung. Aber es gibt natürlich da auch dann Podcasts, die von Studierenden kommen, die von Studierenden gemacht werden, wo Studierende bis hin zu je na chdem ob's die Rahmenprüfungsordnung zulässt, dann auch hergehen können und Prüfungsstudienleistung so erbringen können. Und mir fällt noch ein, dass jetzt in Lüneburg 'n Programm auch startet oder auch angefangen wurde mit Studium und dann, auch zu versuchen, wie komme ich denn an Studierende heran, wie kann ich die vielleicht auch für 'n Studiengang für 'ne Hochschule interessieren, indem ich zum Beispiel Absolventinnen-Geschichten erzähle oder oder ähnliches. Das ist aber dann so 'ne Mischung, da finden teilweise auch Mitglieder der Einrichtung sprich aus den Studiengängen, die aktiv da studieren zum Beispiel auch statt. Aber das ist natürlich stark nach außen gerichtet, weniger nach innen gerichtet.

Melanie Bartos: Das Podcast in der Lehre kann ich nur auch aus unserer Institution heraus unterstreichen. Das hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Wir haben sogar inzwischen im internen Fortbildungsprogramm eine eigene fixe Fortbildung, die ich gemeinsam mit Kolleginnen vom Informatikdienst mache, die sich nennt "Podcasts in der Lehre", wo gezielt die Lehrenden angesprochen werden, um das Format wie auch immer in ihrem Unterricht einzusetzen. Wohlgemerkt nicht nur im Sinne von Aufzeichnung von ihren eigenen Vorlesungen oder ähnliches, sondern, und das finde ich besonders interessant, und jetzt grad kürzlich hat mich da wieder eine Anfrage erreicht, dass sie als Prüfungsmodalität verwendet werden. Das heißt, dass Studierende einen Podcast oder eine Episode als Prüfungsleistung abliefern. Merke ich eine Zunahme auch bei uns an der Universität. Mit dem Seitensatz, das ist besser also, da kann man sich noch mehr darauf verlassen, dass das tatsächlich von den Studierenden gemacht wurde und nicht von irgendeiner KI. Und das habe ich interessant gefunden, das so zu beobachten. Aber in der Lehre in allen möglichen Facetten, auch das hat massiv zugenommen in meiner Wahrnehmung. Und da spreche ich jetzt wirklich nicht nur von unserer eigenen Institution, das sehe ich und höre ich auch von vielen Kolleginnen an anderen Hochschulen.

Ina Teloudis: Geht mir das Herz 'n bisschen auf, wenn ich das hör. Schön. 

Christian Friedrich: So hab ich auch angefangen mit dem Podcasting. Also so das war der, so ich glaub 2016, 17, meine ersten Workshops an Hochschulen zu Podcasting gingen um Podcast in der Hochschullehre. Und da waren eben die, was wir eingangs glaube ich auch überlegt hatten, wo kommt denn der Wunsch einen Podcast zu machen her, da ist es mir als erstes begegnet. Weil in der eigenen Forschung Forschende zu der Zeit nach meinem Empfinden noch sehr vorsichtig waren auch, ich sag mal eher umgangssprachlich oder alltagssprachlich über die eigene Disziplin zu sprechen, sich nicht angreifbar zu machen gegenüber Menschen aus der eigenen Wissenschaftscommunity. Da war Podcasts in der Lehre noch mal 'n bisschen weniger angreifbar, 'n bisschen kuscheliger und 'n gutes Feld um sich auszuprobieren. Und glücklicherweise ließen sich auch diejenigen, die die Idee hatten 'ne Vorlesungsaufzeichnung einfach als Audio in RSS-Feed zu kippen überzeugen.

Ina Teloudis: Was sind denn so wo ihr sagtet, noch einmal, ihr habt ja ziemlich viel mit Leuten zu tun, die sagen, wir möchten das gerne machen, aber wir stehen noch ganz am Anfang. Was sind so die klassischen Hemmnisse oder Stolpersteine, wo strugglen die Leute? Ist es wirklich dieses, oh ich weiß gar nicht, ob ich das irgendwie ins Alltagsdeutsch kriege, was ich jetzt erzählen möchte, oder sind es technische Fragen? Was sind so die Hemmschuhe?

Melanie Bartos: Hauptsächlich mache ich inzwischen genau solche Workshops mit unterschiedlichsten Zielgruppen oder Interessentinnen. Und ich würde sagen, es ist immer eine Mischung. Die technische Frage ist natürlich immer eine wichtige. Wie zeichne ich auf? Da geht's dann ganz viel um die Mikrofonierung. Also wir sitzen hier ja mit Headsets, was ganz ursprünglich so ein ganz klassisches Podcasterinnen-Aufnahme Tool ist, was ich immer noch sehr schätze und nicht missen wollen würde fürs Podcasten. Aber wir sehen ja da ganz unterschiedliche technische Entwicklungen und Möglichkeiten inzwischen. Das ist auch sehr breit. Die Frage ist natürlich immer eine wichtige oder auch Setups von Aufnahmemöglichkeiten: Wie gestalte ich einen Raum? Wo kann ich überhaupt aufnehmen? Brauche ich da ein eigenes Studio oder nicht? Welche anderen Optionen gibt's, wenn ich zum Beispiel kein Studio zur Verfügung habe? Ich würde sagen, da bin ich auch wieder bei dem Sendezentrum, dass ich eingangs erwähnt habe, in dem ich stark sozialisiert bin. Unsere Workshops plädieren immer sehr dafür, dass es keine teure technische Ausstattung braucht, um mit einem Podcast beginnen zu können, um eben die Niederschwelligkeit des Formats auch in der Produktion noch einmal zu betonen. Dann mit welchen Tools veröffentliche ich das ganze? Das ist immer eine sehr wichtige Frage. Da haben viele dann tatsächlich wenig bis gar keine Erfahrung oder Vorstellung, wie so ein Podcast eigentlich veröffentlicht wird. Und dann sind's viele, wie wir's schon angedeutet haben, tatsächlich konzeptionelle Fragen und da wird's dann oft interessanter, als die, die die Fragen stellen selber glauben, bis man ihnen einmal gewisse Fragen stellt. Weil die Aufwendigkeit der Konzeption eines Podcasts inhaltlich wird meiner Erfahrung nach oft einmal eher unterschätzt, während die technischen Voraussetzungen, die man dafür benötigt, eher überschätzt werden. Zumindest ist das meine Erfahrung aus den letzten Jahren. Und die Konzeption, inhaltliche Aufbereitung, gerade wenn man's langfristiger anlegt, das ist dann oft eine Herausforderung, wo's ganz gut ist bei vielen, wenn man da mal dann genauer hinschaut. Erstens ist es wirklich das richtige Format, tatsächlich? Ich bin zum Beispiel sehr allergisch, wenn jemand sagt, er möchte 'n Podcast machen, weil's weniger aufwendig ist als ein Video. Da werde ich regelrecht ein wenig grantig, wie wir in Österreich sagen. Weil das hat das Format nicht verdient.

Christian Friedrich: Nein.

Melanie Bartos: Und sonst, da gibt sich natürlich dann ganz viel, auch dass man's langfristig hält. Manchmal hat man das Gefühl, man hat ganz viel zu erzählen und merkt dann, wenn man drei Folgen konzeptioniert hat, habe ich eigentlich schon viel berichtet, was ich berichten möchte. Und es kann natürlich auch umgekehrt sein, dass es zu viel ist vielleicht sogar.

Ina Teloudis: Dass man zu viel in die Folge packt, ne? Ja ja.

Melanie Bartos: Genau. Also da so so auf inhaltliche Aufbereitung ist schon eine ganz gute Herausforderung. Tut einem aber auch selber ganz gut, weil man dann oft, wenn man sowas mal durchlebt hat, sein eigenes Thema noch einmal anders sieht oder andere Perspektiven darauf gewinnt. Auch alles machbar und wenn man's durchlaufen hat, würde ich sagen: auf allen Ebenen sehr sinnvoll und gewinnbringend. Aber es ist natürlich bei meinen Workshops gibt's immer so ein ganz noch altmodisches Handout, wo ich so Fragen an das künftige Podcasterinnen-Ich formuliert habe und die beantworten wir dann gemeinsam.

Ina Teloudis: Was steht denn da so drauf? Du musst ja nicht alles erzählen.

Melanie Bartos: Ja, das sind, ich sage immer vor das sind so banale Fragen, aber wenn man sie dann einmal gemeinsam beantwortet, kommt man auf Dinge drauf, die die eben viele vielleicht gar nicht so am Schirm haben. So, also schon auch diese Frage, wann ist das Projekt für mich erfolgreich? Um um Frustrationstoleranzen auszuloten.

Ina Teloudis: Wichtig.

Melanie Bartos: Und kann ich meine Podcast-Idee in einem Satz zusammenfassen? Und andererseits kann ich das einmal auf fünf Episoden aufteilen und strukturieren? Gelingt mir das überhaupt, wenn ich mich jetzt wirklich hinsetze und das aufschreiben müsste? Wie ist das jetzt tatsächlich konzeptioniert? Und es dreht sich dann oft um so mehr oder weniger detaillierte, im ersten Ansatz vielleicht banal klingende Fragen, die aber für konzeptionelle Herangehensweise zumindest in meiner Erfahrung durchaus essentiell sind, um zu schauen, dass man das auch wirklich gut aufzieht und sich der Aufwand lohnt, sind da schon gerade auch auf der inhaltlichen Ebene immer einige Schritte zu nehmen.

Ina Teloudis: Ich glaube, das ist auch ganz wichtig, dass man da ehrlich ist auch mit sich und seinen Ressourcen und sagen, wie viel Zeit habe ich wirklich für diesen Podcast. Konzipiere ich jetzt einen Podcast, bei dem ich alle zwei Wochen drei unterschiedliche Gäste in drei unterschiedlichen Städten besuche? Mache ich ein Feature, nehme ich noch was auf zwischendurch oder habe ich wirklich einfach nur 'ne Talkrunde? Da sind ja auch die Aufwände, also auch extrem unterschiedlich, was so zeitliche Aufwände betrifft. Christian, wenn du anfängst da den Fuß reinzusetzen, sagen, so wir wollen Podcast machen, wie weit sind die? Haben die schon 'ne fertige Idee oder haben sie 'ne Idee und du musst erst mal sagen, na warte wir fangen noch mal von vorne an? Oder wie läuft das?

Christian Friedrich: Das ist unterschiedlich. Also ich hab immer mal wieder noch Menschen in Workshops, die selbst von sich sagen, überhaupt keine Podcasts zu hören, aber selbst einen machen möchten. Da wird, was hast du gesagt? Grantig, Melanie, ne? Da da werd ich grantig. Also das ist Grundvoraussetzung. Wer selbst keine Podcasts hört, der soll auch bitte keine machen. Das zweite, es ist sehr unterschiedlich. Also manche kommen wirklich schon mit fertigem Konzept und teilweise sogar schon Probeaufnahmen bei mir in die Workshops rein. Und schüchtern damit diejenigen ein, die genauso willkommen sind, nämlich: "Ich hab so 'ne grobe Idee, ich trau mich irgendwie nicht so richtig und ich habe auch Angst vor meiner eigenen Stimme". Also auch das begegnet mir, ich würd das, was Melanie grad gesagt hat, alles unterstreichen wie immer hier in diesem Gespräch, aber gleichzeitig auch noch ergänzen, dass nicht zu unterschätzen ist, wie groß die Angst vor der eigenen Stimme und dieser eigenen Präsenz sein kann. Selbst bei Leuten, die daran gewohnt sind, vor 3, 4, 500 Leuten in Hörsälen zu stehen, digitale Lehre zu machen, was auch immer es ist, auf Panels zu sitzen, Interviews zu geben. Sobald das rote Licht angeht und die hocken allein vor ihrem Computer und dem Mikro und sollen jetzt was einsprechen, dann kann man sich eigentlich sicher sein, dass sie am Anfang 10, 12, 15 Takes brauchen, um irgendwie drei Sätze hintereinander zu kriegen. Und das ist auch völlig okay so. Und der Stand, mit dem die Leute wiederum in so 'n Workshop kommen oder ihre Überlegungen starten, ist sehr unterschiedlich. Oft auch finde ich vollkommen zurecht orientiert an 'nem Format, das sie selbst gerne hören oder das sie irgendwie für sich so als Fixpunkt nehmen. Ich möchte irgendwie, na wenn man's extrem macht, ich möchte klingen wie Radiolab oder ich möchte klingen wie x, y oder z Format. Und dann geht's, wie Melanie schon sagte, auch um so 'n bisschen Erwartungs- und Enttäuschungsmanagement, ne? Wenn ich gleich mein Podcastprojekt starte und in meinem Projekt liegen irgendwie 19 1/2 Tonspuren und ich hab noch 'n bisschen Feature und ich hab O-Töne eingesammelt und will mit fünf Leuten reden und das dann alles noch in 'ne schöne Synthese am Ende in 2 Minuten 15 irgendwie erzählen, was wir da jetzt besprochen haben, dann werde ich am Anfang natürlich sofort scheitern. Da ist 'n Gesprächsformat vielleicht einfacher, aber auch da richtige Fragen stellen. Zu wissen, wann stelle ich 'ne offene, wann 'ne geschlossene Frage. Wie lese ich auch den Raum, meine Gesprächspartnerin und gucke, dass ich irgendwie aus der was rauskriege, was sie vielleicht vorher noch nicht gesagt hat. Also auch so Sachen stellen sich dann in 'nem Workshop und auch da sollte man glaube ich 'n ordentliches Gesprächsformat nicht unterschätzen. Also mir begegnet das immer wieder, dass Menschen sagen: "Na, das kann ja so schwer nicht sein, so 'n Interview zu führen. Ich mach das mal eben". Und dann stellt sich im Workshop doch raus, dass auch das Arbeit ist. Und 'n gutes Interview, 'n gutes Gespräch zu führen ist dann eben auch Übung und gelingt vielleicht beim ersten Mal noch nicht ganz so gut wie beim vierzehnten Mal.

Ina Teloudis: Ich glaube 'n guter Ratgeber ist immer, dass man ernsthaft und ehrlich neugierig sein sollte. Genauso wie, es ist 'ne Aufzeichnung. Es ist keine Operation am offenen Herzen, es stirbt niemand, wenn man sich verspricht. Aber ja, ich finde das andererseits auch absolut angemessen, diese Aufregung und Anspannung und diesen Respekt zu haben. Umso schöner ist, wenn man dann sieht, dass in der Begleitung von so 'nem Podcastprojekt der oder die Host einfach auch locker werden, sie selber werden, authentisch werden und einfach neugierig ihr Ding machen so. Das ist das was ich total, klingt so hochgestochen ne, aber sehr erfüllend finde. Zu sehen, dass Leute losschwimmen, die anfangs auch ängstlich waren oder und das ist auch nichts was man groß üben kann oder was man natürlich übt man das im im Laufe der Zeit, aber das ist das was Melanie, was du sagtest, ist Learning by Doing. Da da wächst du rein, da kommst du rein.

Melanie Bartos: Ja. Also das kann ich nur unterstreichen. Für mich, deswegen liebe ich das Format immer noch so von Herzen und grad die letzten Wochen, wo ich sehr viel gepodcastet habe. Es ist ganz oft bei Wissenschaftlerinnen und gerade auch bei jungen Wissenschaftlerinnen, die behaupten, sie haben ja nix zu sagen oder sie können das nicht und sie können ihre diesen Aspekt den Christian erwähnt hat, die Leute und ist ganz natürlich, aber die eigene Stimme aufgezeichnet zu hören ist am Anfang für alle Menschen schwierig, weil es eigentlich nicht in unserer Natur liegt uns aufgezeichnet zu hören, es klingt fremd. Und meistens findet man's nicht schön. Und das ist ganz normal, da wächst man rein. Aber generell so diese Mikrofonangst und dann bei grad bei Wissenschaftlerinnen oft dieser Glaube, das ist langweilig oder ich habe nichts wirklich zu erzählen oder das ist doch zu kompliziert und ich finde nicht die richtigen Worte. Das ist ganz ganz oft erlebe ich das und es gibt kaum was schöneres als wie wenn man sagt, aber wir machen das jetzt, wir machen das ganz entspannt. Gerade da sind die Headsets meiner Erfahrung nach sehr sinnvoll, weil die Leute dann tatsächlich vergessen, dass diese Mikrofonsituation da ist und sie sich nicht noch zusätzlich darauf konzentrieren müssen, bitte immer im selben Abstand zum Mikro zu bleiben oder sonstige Dinge. Man kann dann irgendwann mal so ganz leger sich in so einen Stuhl reinfallen lassen und miteinander ein Gespräch führen. Das ist sehr hilfreich, aber dieser Moment, wenn man merkt als interviewende oder gesprächsführende Person und jetzt hat's Klick gemacht und jetzt spricht die Person. Und man merkt, dass das jetzt gerade Erfahrung ist für das Gegenüber, wo die wahrscheinlich dann noch rausgehen und sagen: "Oh, ich kann das tatsächlich. Ich kann da über meine Arbeit erzählen und das gelingt mir sogar in guter Art und Weise und das war ein gutes Gespräch". Das ist etwas was Podcasting ermöglicht wie kein anderes Format meiner Ansicht nach und das sind großartige Momente, die immer wieder passieren tatsächlich und ich glaub auch das ist per se diese große Stärke, die dieses Format hat.

Ina Teloudis: Man wird da auch nicht stumpf, ne? Also das spricht einen immer wieder an, ja.

Melanie Bartos: Ja. Absolut.

Rüdiger Laube: Aber ich glaube, das ist auch so ein bisschen dieses Vertrauen und das gehört vielleicht auch zu euren Workshops, die Technik mit in den Vordergrund zu schieben. So wie Ina sagt, es ist eben keine Operation am offenen Herzen, sondern wie gesagt, es wird aufgenommen, wir machen's gern noch mal, wenn irgendwas ist, schneiden wir. Weil ich meine letztendlich sind ja eigentlich die Podcasts die besten, wo die Zuhörerinnen und Zuhörer denken, das wurde in einem so durch aufgenommen und ist total authentisch und natürlich, was dann unter Umständen an zum Beispiel Schnittarbeit hinter steckt, das merkt ja gar keiner. Also letztendlich ist das fiese dieses Formats ja auch, dass die Leute, die's hören, denken, es ist natürlich, menschlich authentisch, wenn nichts bearbeitet wurde. Ohne zu wissen, dass bearbeitet wurde. Das heißt ein Podcast ist genau dann gut, wenn keiner was zu meckern hat.

Ina Teloudis: Das hatten wir im Vorgespräch auch, ne? Rüdiger sagt ja immer, also meine Arbeit hört man nicht, ne?

Rüdiger Laube: Hört man nicht.

Ina Teloudis: Aber was auch 'n ganz wichtiger Faktor ist, ja wir haben ja auch schon gesagt, Technik ist nicht alles und Produktion ist nicht alles und trotzdem gibt's natürlich Störfaktoren. Was ist euer absolutes Hate-Ding beim Podcast? Also bei mir ist es, wenn ich merke, dass einer der Gesprächspartner viel lauter ist als der andere, dann kann ich nicht mehr richtig zuhören, dann warte ich immer nur noch drauf, dass der laute Gesprächspartner kommt. Habt ihr da auch so Dinge, wo ihr sagt, okay, wenn das irgendwo ist, dann bin ich eigentlich raus?

Christian Friedrich: Also ich glaub das ist bei mir gar nicht so das eine Ding, also das die unterschiedlichen Lautstärken, das Echo, die eingehende E-Mail während des Gesprächs, all so 'ne Sachen sind ja so so Klassiker. Oder andersrum. Wenn ich irgendwo hingehe und jemand sagt, ich mache jetzt ein Foto von dir und das stellen wir hinterher auf die Webseite von x, y, z damit Leute irgendwie wissen, wie du aussiehst. Dann erwarte ich, dass 'ne Fotografin oder 'n Fotograf mir sagt, wenn irgendwie ganz Loriot-mäßig noch die Nudel an der Stirn hängt oder das Haar ganz komisch aussieht oder die Knopfleiste vom Hemd irgendwie schief geknöpft ist oder was auch immer es ist. Und genau so erwarte ich das von Podcastproduzentinnen auch, dass sie ihre Gäste in 'nem möglichst besten Licht erscheinen lassen. Sprich, dass die möglichst gut klingen. Also ihr habt's ja im Vorfeld angeboten, sollen wir euch Mikrofone schicken. Das mache ich auch immer, wenn ich Remote aufzeichne. Beraten, wie mache ich das auch einen vielleicht nicht idealer Raum trotzdem noch okay klingt. Einmal nachfragen, ob das Handy ausgeschaltet ist und all so 'ne Sachen. Und das sehe ich weniger als die Pflicht des Gastes oder der Gästin, die irgendwie zum ersten, zweiten Mal in 'nem Podcastformat ist, sondern das ist die die Aufgabe derjenigen, die das Format produzieren und von denen erwarte ich, dass sie mir dann auch die Nudel aus dem Gesicht wischen.

Ina Teloudis: Die Gastgeber, ja, die Gastgeberrolle dann, ne?

Rüdiger Laube: Melanie, du hast vorhin auch gesagt, dieses unperfekte, was man eigentlich ganz gerne hört. Ich glaube schon, dass viele Dinge auch vielleicht mitunter ein bisschen zu ernst genommen werden. Also nicht umsonst, ich erinnere mich gerade dran, in der Anmoderation hat Ina gesagt, “sind uns digital zugeschaltet”. Das ist für mich als Producer ein ganz wichtiger Satz, um gleich schon am Anfang einer Episode den Leuten zu sagen, hallo, wir sitzen hier nicht alle zusammen. Wir machen jetzt hier keine CD-Aufnahme und produzieren Hörspiel, sondern wir unterhalten uns, wir haben ein Gespräch und der eine ist hier, der andere ist da und ich meine, wir haben mitunter schon mal Situationen gehabt, da mussten wir dann das zum Teil über Google aufnehmen. Nur wenn man vorher erzählt, das sind die Rahmenbedingungen, das sind die technischen Umstände. Es geht hier in diesem Podcast gerade um die Inhalte, da hat man dann, glaube ich, auch aus technischer Hinsicht immer noch 'n bissel Spielraum, da 'n gutes Produkt raus zu machen.

Ina Teloudis: Und es gibt da ja auch ein paar Tools, die man nutzen kann, ne? Um auch Klang- Klangqualitäten noch zu verbessern, aber...

Melanie Bartos: Ja, also ich glaube dass man da schon mitnehmen kann, dass sich auch das und es klingt jetzt immer so blöd, wenn ich immer von früher spreche, aber es ist so, auch das hat sich ja massiv verbessert. Das muss man ja muss man ja schon sagen, wir haben Tools wie Auphonic oder solche Dinge, wo ich jetzt keine großen Tontechnik Kenntnisse haben muss, um eine sehr gute Tonqualität zu bekommen. Und es gibt viele andere Möglichkeiten auch. Man darf glaube ich nicht die Hörerinnen vergessen und jetzt wissen wir ja auch, dass die Hörerinnen von Podcasts das gerne immer dann tun, was ja auch eine große Stärke vom Format ist, wenn ihre Hände und Füße und was auch immer beschäftigt ist, aber ihre Köpfe nicht. Das heißt, meistens oder oft während sie was anderes tun, Podcasten potenziell Dinge, die eher auch mit Geräuschpegeln verbunden sind, wie eben in Öffis unterwegs sein oder spazieren gehen oder laufen gehen oder putzen oder kochen oder was auch immer. Jetzt ist es glaube ich schon auch im Sinne unserer Hörerinnen, um die es ja dann im Endeffekt doch auch hauptsächlich gehen sollte, schon schön, wenn wir ihnen eine entsprechende Tonqualität liefern können. Also ich inzwischen, um's wieder österreichisch zu sagen, werd schon grantig, wenn ich einen Podcast habe, wo ich dann die Lautstärke aufs Maximum aufdrehen muss und dann beginnt in meinem Podcatcher der nächste Podcast, der mich anders aufgezeichnet habe und ich bin am Rande des Hörschadens, weil ich vergessen habe das wieder leiser zu machen. Also ich denke inzwischen ist es schon leichter, sagen wir mal leichter möglich, ja gute Tonqualität abzuliefern. Und da bin ich ja ganz beim Christian, das gilt aber natürlich auch für die Gesprächspartnerinnen, wenn die potenziell noch nicht viel Erfahrung mit so Interviewsituationen haben. Ich mach das vor jedem Gespräch relativ ausführlich, dass ich sage zum Beispiel so Kugelschreiber klicken oder mit dem Papier herumrascheln oder eben ich hab immer überall die Gläser schon auf so dickeren Servietten stehen, damit man das eben alles nicht so hört. Ja. Es hat sich der ganze Aspekt da wirklich auch technischen Umsetzung durch entsprechende technische Fortschritte massiv vereinfacht auch für Nicht-Expertinnen.

Christian Friedrich: Ja und nur kurz hinterhergerufen, was sich glaube ich auch gerade in den letzten 10 Jahren geändert hat, ist, dass Remote Podcasting jetzt eigentlich einfacher ist zum Start als als vor Ort Menschen in einen Raum zu setzen zu viert. Und da irgendwelche Inferenzen irgendwie zu kreieren, sondern einfach zu sagen, okay, dann nehmt euch ein Tool eurer Wahl. Es gibt inzwischen einen ganzen Katalog von Tools, die das ermöglichen. Macht 'nen Remote Podcast erst mal und wenn ihr die Hürde genommen habt, dann geht vielleicht auch raus und und setzt euch zusammen in einen Raum, es sei denn ihr habt irgendwo technischen Support, der euch das irgendwie ermöglicht und euch 'n Ministudio oder irgendwas zusammenbaut, ohne dass ihr euch mit der Hardware auskennt.

Rüdiger Laube: Wie viel KI ist bei euch schon im Spiel?

Ina Teloudis: Oh, Betriebsgeheimnis.

Christian Friedrich: Nee, ich finde es wichtig damit transparent umzugehen ehrlich gesagt. Bei mir ist es in der Vorbereitung, also gerade wenn ich Interviews führe, ist es 'n Teil des Rechercheprozesses inzwischen nicht ausschließlich und nicht alleine, aber das gehört dazu aus meiner Sicht. Und in der Nachbearbeitung Melanie hat's schon angesprochen, also ich bin großer Fan des des Tools Auphonic, das das es schon lange gibt und inzwischen sich auch als AI-Tool glaube ich begreift, aber ganz ganz lange einfach algorithmisches Nachbearbeiten von Audiodateien, Lautstärken angleichen, Echo rausnehmen. Also all das geht ohne das Skillset von Rüdiger zu haben inzwischen wirklich gut. Und ich glaube, was immer mal wieder experimentiert wird mit Übersetzung hatten wir's ja jetzt im Laufe der letzten 12, 18 Monate immer mal wieder von ich führe ein Interview auf Deutsch und und dann kommt's auf Englisch raus. Oder ich unterhalte mich mit einem Chatbot in irgendeiner Art und Weise, das sind ja im Moment noch eher die Formate, die so am Rande geschehen und dann Aufmerksamkeit erregen. Aber so in diesem Produktionsprozess eingewebt findet's eigentlich schon statt.

Melanie Bartos: Ich finde ja bei so technologischen Dingen ist immer ein offener Zugang … ist man besser beraten, als wie es irgendwie versuchen zu verdrängen. Ich glaub kritisch interessant wird ist eher, wenn die Stimmen selber KI generiert sind. Und da hab ich jetzt doch schon immer wieder mal Beispiele gehört und auch das hat sich inzwischen in jetzt schon in einer Art und Weise verbessert, wo, wo ich sagen würde, es gibt durchaus schon einige, wo das nicht mehr gut zu unterscheiden ist, ob das jetzt wirklich ein echter Mensch war oder ob das eine KI-Stimme ist. Und da glaube ich, da muss man mal hinschauen, wie sich das weiterentwickelt, aber auch das wird am Ende nicht aufzuhalten sein. Also wir müssen glaube ich damit umgehen als auch als Podcastproduzentinnen, genauso wie wir's in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen auch tun. Aber ich glaub da würde es immer ein offener Zugang im Sinne von was können wir gestalten ein besserer als zu sagen, was was wollen wir da verhindern oder hinauszögern.

Ina Teloudis: Ich hatte ein ganz erschreckendes Erlebnis, wir haben hier bei Mandarin Edu immer vierteljährlich Mitarbeitergespräche und wir haben mal aus Spaß LM Notebook von Google mitlaufen lassen. Und am Ende war dann die Aufgabe, erstell uns daraus mal einen kleinen zusammenfassenden Podcast, was wir besprochen haben. Ich war wirklich entsetzt wie gut das war. Erstens war's inhaltlich komplett zutreffend, zweitens war's unterhaltsam, die Stimmen klangen gut. Also was du sagst Melanie sehe ich ganz genauso, ich denke wir sollten uns in Zukunft damit mal auseinandersetzen. Wird wahrscheinlich nicht so viel Spaß machen wie das, was wir jetzt machen, aber gerade für Dinge wie Christian du hast es angesprochen, auch interne Kommunikation oder auch vielleicht kurze Zusammenfassung, es hat ja auch nicht jeder Zeit für 'ne dreiviertel Stunde Podcast oder 'ne 'ne Stunde. Vielleicht möchte ich die Quintessenz in 15 Minuten bitte einmal hören. Also ich fand's auf jeden Fall extrem schockierend und gleichzeitig sehr sehr spannend, wie das ja oft so ist mit KI-Entwicklungen. Und ansonsten kann ich das auch so unterschreiben, KI eigentlich für alles außer Schnitt.

Christian Friedrich: Ich würd widersprechen, ich finde es kann nämlich Spaß machen. Also lad mal ein Forschungspaper in NotebookLM hoch und lass das mal einen Podcast dazu machen. Auch da das wiederum Teil so gerade nach der Mittagspause, wo Menschen in so 'n Podcast-Workshop kommen und sagen, ah was mach ich denn jetzt am Nachmittag. Also sich das mal anzuhören zusammen als Gruppe für fünf Minuten, am besten noch ein Forschungspaper von jemandem, der mit dabei ist, ist wirklich interessant. Und im Sommer hab ich mitgeschrieben an 'ner kleinen Broschüre für die Hamburg Open Online University rund um's Podcasting und auch da haben wir den ein oder anderen Versuch mal gemacht zu schauen, wie würde denn jetzt eine KI das, was wir hier tun, zusammenfassen. Haben daraus auch 'ne kleine Episode gemacht, die eben auch von der Broschüre aus verlinkt ist. Also damit auch bei allen Gefahren und und allen Risiken, die das mit sich bringt, auch 'n Stück weit sich das spielerisch zu erschließen, finde ich genauso wichtig wie da kritisch drauf zu gucken und zu schauen, wo bedroht es denn tatsächlich das, was wir wertschätzen, ob's im Podcasting ist oder gesellschaftlich.

Ina Teloudis: Ich glaube an authentische Gespräche. Obwohl das sehr gut war was LM Notebook macht, keine Frage, aber ich bin großer Fan von authentisch sein. Und ich glaub das kann die KI noch nicht so gut wie wir. Ich hätte gern vielleicht noch was persönlich von euch gewusst, wie ihr so tickt. Und Melanie, wie bist du unterwegs? Skript, freies Gespräch, was ist so deins?

Melanie Bartos: Eindeutig und 100% freies Gespräch. Ich bin ganz schlecht, wenn irgendwas geskriptet ist. Das ist aber interessant, weil es natürlich viele Wissenschaftlerinnen gibt, die gerne ein Skript sozusagen hätten. Und da versuche ich dann immer eine elegante Mittelvariante zu finden, dass ich sage wir können gerne die Fragen vorab absprechen, aber meine Erfahrungswerte sind, zumindest bei dem wie ich Podcasting anlege, ich führe kein Interview, ich führe ein Gespräch. Und wenn da gewisse Fragen oder Abläufe schon so im Hinterkopf sind, dass die dann irgendwie kommen müssen, dann ist es oft ganz schwierig sich von dem irgendwie zu lösen und ein Gespräch entstehen zu lassen. Und das ist das Ziel, das ich in meinem Format verfolge. Jetzt gibt's natürlich ganz andere Formate, wo sowas auf jeden Fall geskriptet sein muss oder auch wenn wir sagen, wir gehen mehr in den Feature-Bereich oder ähnliche Dinge. Freie Gespräche führen heißt nicht, dass die nicht vorbereitet sind. Ganz im Gegenteil. Das ist auch mit sehr viel Aufwand verbunden oft, aber sie sind nicht geskriptet, weil es meinem Format widersprechen würde und ich versuche das immer so gut wie möglich, auch wenn's der mein Gesprächsgegenüber gerne hätte, irgendwie elegant zu umgehen. Wenn schon, dann wirklich stichwortartig, nicht ganze Sätze vorformulieren, grad wenn man nicht so viel Erfahrung hat auch mit dem Sprechen in Mikrofone. Da geht die Authentizität verloren ganz schnell, gerade wenn man eben noch eher frisch im Format ist. Also ich bin da, ich hab da sehr sehr klare Tendenz.

Ina Teloudis: Ja Christian, wie ist es denn bei dir? Bist du 'n Skript-Mensch?

Christian Friedrich: Nee überhaupt nicht. Also wir hatten's ja gerade. Wenn wenn ich 'n Skript mir vorlesen lassen möchte, dann gibt's ja inzwischen Tools für, da muss ich mir die Arbeit nicht machen. Und wenn ich aber ein freies Gespräch führen möchte, dann wird das oft unterschätzt und das ist auch 'ne Lernerfahrung derjenigen, die damit beginnen, wie viel Arbeit es tatsächlich ist 'n 'n gutes organisch klingendes Gespräch zu führen und das vorzubereiten. Und ich bereite mir selber Fragen vor, immer. Ich recherchiere auch, ich hör auch viel was Gesprächspartnerinnen früher mal gesagt haben in anderen Formaten oder in Interviews, um dann vielleicht auch mal was zu fragen, was so noch nicht vorkam, wenn das das Themenfeld erlaubt. Ich spreche mit meinen Gesprächspartnerinnen aber das Themenfeld höchstens ab und geh eigentlich davon aus, dass diejenigen, die diese Expertise haben auch in der Lage sind frei dazu zu sprechen. Und es ist ein zwei mal schon vorgekommen, dass das dann, na ja, schief geht. So dass dann vielleicht die ersten 5 oder 10 Minuten eines Gesprächs 'n bisschen rumpelig sind und es dann so ab Minute 11 1/2 'n bisschen besser wird. Und was dann ganz gut funktioniert, zumindest nach meiner Erfahrung, ist die Eingangsfrage einfach noch mal ans Ende des Gesprächs zu stellen. Also wir haben jetzt das Gespräch geführt, die keine Ahnung dreiviertel Stunde ist vorbei, ich frag dich jetzt noch mal, wie bist du denn jetzt in der Disziplin gelandet, wo du bist. Und antworte mir doch noch mal. Und das, ne Rüdiger, der Trick ist dann das nicht die Hörenden vielleicht merken zu lassen, aber dann habe ich meistens 'n relativ rundes Gespräch aufgezeichnet und dann ist auch so diese Angst vorm Mikrofon weg meistens bei den Leuten. Aber du machst ja auch 'n Vorgespräch, ne? Melanie macht's auch, du machst es auch, ne?

Melanie Bartos: Ja.

Christian Friedrich: Klar.

Melanie Bartos: Ja. Nur da ist auch meine Erfahrung nicht zu ausführlich. Weil das wird dann ganz schwierig meiner Erfahrung nach, wenn man mit den Leuten, die nicht sehr viel Erfahrung mit solchen Situationen haben, wenn man da schon viel geredet hat und dann und dann ist es raus, dann ist es besprochen und dann quasi das zu wiederholen mit Aufzeichnung, das ist 'ne nicht zu unterschätzende Herausforderung, wo man quasi einen ordentlichen Schritt dann aus der persönlich schon bestehenden Gesprächsstruktur raussteigen muss. Ist schwer. Das ist nicht so leicht tatsächlich. Deswegen versuche ich auch das eher kurz zu halten und sehr überblicksmäßig.

Ina Teloudis: Audio-only oder Video-Podcast?

Melanie Bartos: Ja, mein Format ist Audio-only.

Christian Friedrich: Ja, plus eins. Also ich hab auch das Gefühl, dass Video so 'n Stück weit inzwischen schon fast überschätzt wird, um mich mal aus dem Fenster zu lehnen. Die ersten, die so ihre Erfahrungen gemacht haben jetzt parallel Audio und Video zu veröffentlichen berichten eigentlich, dass das Feedback das auf Audio kommt sehr viel mehr ist, das da eigentlich auch der Aufwand noch mal höher ist, ne? Melanie hat's eben gesagt so Menschen, die in Podcast-Workshops laufen, damit sie kein Video machen müssen. Das muss vielleicht nicht sein. Aber das Audioformat an sich hat 'ne Qualität, die vielleicht sogar verloren geht in dem Moment, wo ich noch drei Kameras auf die Leute richte, die gerade sprechen.

Ina Teloudis: Das einzige, was ich dem tatsächlich abgewinnen kann, ist, du hast natürlich immer Content für Social Media beispielsweise. Aber das sollte kein ausschlaggebender Grund sein. Also ich würde auch immer sagen, brauchen wir nicht.

Melanie Bartos: Ja, ich meine, es gibt da viele auch nachvollziehbare Argumente dafür. Viele, ist auch historisch gewachsen, aber ich kann mich auch hier an die Anfänge erinnern, wo viele gesagt haben, wir wollen die YouTube-Massen noch mitnehmen. Deswegen brauchen wir auch ein Bewegtbild. Deswegen gab es ja früher auch einige Podcasts, die waren auf YouTube, aber mit einem Standbild, weil man einfach die die dortige Zielgruppe, die dann für ein Thema durchaus auf YouTube versammelt sein kann, gell, also das will ich da gar nicht abstreiten, dass man die dort auch erreichen kann.  

Christian Friedrich: Machen wir aber schon häufig in den Podcasts, also dass wir bei YouTube halt auch veröffentlichen, aber eben mit 'nem Standbild, dass da nur 'ne Audiowave durchläuft oder so was. Und das ist natürlich für jemanden, der YouTube schaut, ziemlich uninspiriert zu begucken, aber ab und zu wird YouTube dann doch als Suchmaschine benutzt und dann...

Ina Teloudis: Richtig, genau.

Christian Friedrich: ...ist es das da.

Ina Teloudis: Also das macht schon Sinn, ne? Also einfach nur es auch dort zu platzieren. Also ich würde da auch keine Kraft und keine Energie groß reinstecken. Wirklich nur als Zweit- und Drittverwertungstool an der Stelle, ne? Denn hätte ich gerne noch von euch beiden, weil ihr beide ja Experten seid und viel Podcasts hört, sonst würdet ihr ja keinen machen, auch noch mal einen Podcast von euch gesagt, den ihr gerne hört und den wir hören sollten.

Christian Friedrich: Also im Kontext Wissenschaftskommunikation empfehle ich 'n englischsprachiges Format sehr gerne. Das heißt "Science Vs", ist jetzt auch schon wirklich lange lange dabei. In Australien gestartet, dann irgendwann in USA gegangen. 'ne unrühmliche Phase zwischenzeitlich gehabt als Spotify-only Format, aber jetzt wieder frei verfügbar. Und ich mag die Art und Weise, wie da wissenschaftliche Prinzipien, Fakten checken, Quellennachweise, richtig recherchieren, mit vielen Leuten sprechen, verknüpft wird mit 'nem wirklich quirky Humor. Sollte glaube ich nicht das Anspruchsniveau sein, das Leute haben, wenn sie gerade anfangen mit 'nem Podcast. Also das ist schon auch sehr anspruchsvoll produziert, recherchiert, viel Zeit in jede einzelne Folge, aber das ist 'n Format, das ich wirklich sehr gerne höre und auch empfehle, weil's eben auch nicht so ganz so so ernst daherkommt.

Ina Teloudis: Wie oft erscheint das?

Christian Friedrich: Ich meine, das erscheint in Staffeln, aber dann in pro Staffel wöchentlich. Und also 'n erheblicher Aufwand. Also das darf man auch nicht unterschätzen, wenn dann Hörfunkmenschen davon berichten, wie viel Zeit sie tatsächlich pro Podcastfolge aufwenden. Und dann sind das in Arbeitsstunden durchaus Monate, die pro Folge aufgewendet werden. Das ist natürlich für 'ne einzelne Hochschule nicht so leistbar. Aber als Inspirationsquelle, das eine Element des Intros, die eine Art ein Interview zu beginnen, die eine Art auf Zitationen und Quellen hinzuweisen oder was auch immer es ist, sich abzugucken und vielleicht auch blank zu kopieren, dafür sind so Formate gut.

Ina Teloudis: Packen wir auf jeden Fall auch in die Shownotes, ne? Müssen wir auch alles noch mal aufschreiben. So Melanie.

Melanie Bartos: Was ich tatsächlich inzwischen oft mache, und das würde ich vielleicht, wenn's darum geht was zu empfehlen, ist wirklich, wenn man ein Thema hat, das einen grad beschäftigt und interessiert, nach thematischen Themen einfach zu suchen in den jeweiligen Angeboten die's gibt. Und dann höre ich durchaus auch einzelne Episoden quer aus verschiedenen Podcasts, weil wir ja glücklicherweise inzwischen einen Pool haben, der ganz viele Möglichkeiten gibt. Und dadurch, und in der Hoffnung, dass ich dann nicht immer in den gleichen Bicken bleibe, mache ich das auch inzwischen sehr regelmäßig eigentlich. Und dann habe ich … das speist sich aus den zwei großen Bereichen, die mich in meiner täglichen Arbeit begleiten, das ist einerseits die Klimakommunikation. Da haben wir in in Österreich angesiedelt ein schönes Podcast-Projekt, das heißt "Das Klima" von Claudia Frick und Florian Freistetter, die da einen ganz interessanten Ansatz gewählt haben mit den großen Klimaberichten auch umzugehen, die dann wirklich mit den Hörerinnen gemeinsam so einen gesamten Klimasachstatusbericht, entweder die internationalen oder auch nationalen durchzulesen. Das finde ich sehr, auch in seiner doch lockeren Art und Weise der Vermittlung finde ich ein schon jetzt doch auch länger bestehendes schönes Podcastprojekt, "Das Klima" heißt das. Und dann ein anderes, wie's jetzt schon angeklungen ist, ich bin sehr interessiert an allen möglichen netzpolitischen Angelegenheiten, wo ich ja Podcasts durchaus auch verortet sehe als Format, und deswegen ist der Podcast "Logbuch:Netzpolitik" von Tim Pritlove und Linus Neumann ein absoluter Fixstarter in meinen in meinen Hörgewohnheiten seit Jahren. Die wesentliche Informationsquelle.

Christian Friedrich: Ja, plus eins.

Melanie Bartos: Kann ich auch nur von Herzen empfehlen.

Ina Teloudis: Melanie, Christian, vielen, vielen Dank, dass ihr euch Zeit genommen habt in mein und euer Lieblingsthema, das weiß ich jetzt auf jeden Fall, dass es das auch ist, so ganz ganz tief mal reinzuspringen. Danke schön.

Christian Friedrich: Vielen Dank für die Einladung.

Melanie Bartos: Ja, danke nochmals für die Einladung. Hat Spaß gemacht.

Ina Teloudis: Sehr, sehr gerne. Ja Rüdiger, da bekommen wir ja ans Ende meiner wahrscheinlich liebsten Podcastfolge, weil es geht um Podcasten und deiner vielleicht ja auch. Und natürlich wollen wir noch mal gucken, dass wir jetzt noch mal so unsere vier, fünf Main Takeaways zum Thema Podcast im Hochschulkontext, im Bereich Wissenschaftskommunikation irgendwie zusammenkriegen. Magst du da mal sagen, was waren so deine Takeaways?

Rüdiger Laube: Also als erstes habe ich mir gemerkt, dass die Erfahrung gerade der beiden gezeigt hat, dass sich der Podcast als Medium etabliert hat. Es ist also keine Modeerscheinung mehr, sondern wirklich ein fester Bestandteil von Wissenschafts- und Hochschulkommunikation.

Ina Teloudis: Mhm.

Rüdiger Laube: Als zweites habe ich mir notiert, messbare Werte wie Reichweite sind nicht der ausschlaggebende Parameter für die Qualität oder den Erfolg eines Podcasts. Sondern das kann die eigene Community, gerade bei interner Kommunikation sein, oder eben eine einzige journalistische Veröffentlichung, die dazu führt, dass dieses Thema weiter ausgebreitet wird.

Ina Teloudis: Das sind eher so die Soft-KPIs, ne? Und ich möchte an der Stelle auch gleich einen dritten hinterherhängen. Also nach zwei Wochen werden sich auch keine messbaren Erfolge irgendwo abzeichnen. Also so ein Podcast ist immer Marathon und nicht Sprint. Wobei es ist nicht so anstrengend wie Marathon und macht mehr Spaß. Aber es braucht halt Zeit zu wachsen und sich zu entwickeln und das muss man dem auch unbedingt geben.

Rüdiger Laube: Ja, als vierten Punkt würde ich sagen: Podcasting kann man lernen. Das ist die gute Nachricht dieser Folge. Das erleben also Melanie und Christian in ihren Workshops immer wieder, und zwar nicht nur konzeptionell, sondern auch technisch.

Ina Teloudis: Und als fünften Punkt?

Rüdiger Laube: Konzeption, Konzeption, Konzeption. Also wie bei vielen oder bei anderen Medien auch, sollte die Idee immer am Anfang stehen. Darf gerne unterwegs mal wieder hinterfragt werden und überprüft werden. Und ein wunderbarer Satz, der gefallen ist, den ich mir auch gemerkt habe: Wer nie Podcast hört, sollte bitte nicht versuchen, selbst einen auf die Beine zu stellen. Das wird nix.

Ina Teloudis: Ja. Und im Internet ist genug Platz und das gilt auch für Podcasts. Fand ich auch sehr schön.

Rüdiger Laube: Ganz genau.

Ina Teloudis: Ja vielen Dank Rüdiger, dass du auch mal quasi hinter den Kulissen hervorgeguckt hast und dich in ein Studio gesetzt hast vor ein Mikro. Das machst du auch nicht so oft, also vielen Dank.

Rüdiger Laube: Ah, ich danke dir, dass du mich da durchgeführt hast. Vielen Dank Ina.

Ina Teloudis: Das war sie, Folge 11 von Inside Hochschulkommunikation. Powered by Bundesverband Hochschulkommunikation und Mandarin Edu. Also, ihr habt Fragen, Themenwünsche, seid auf der Suche nach dem ein oder anderen Podcast-Tipp, den ihr heute gehört habt in der Folge? Schaut gerne in unsere Shownotes, da könnt ihr auch eine E-Mail an uns schreiben. Und ganz wichtig, wenn euch diese Folge gefallen hat, teilt sie gern. Wir haben ja gelernt, ne, Podcast ist ja klar KPIs sind schön, Reichweite ist schön. Und bewertet uns auf der Plattform eures Vertrauens. Danke. Tschüss.

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Folge 10: Zwischen Fachkräftemangel und Haltung: Employer Branding an Hochschulen