Folge 19: KI in der Hochschulkommunikation – Zwischen Leitlinien, Nerdtum und der Angst vor dem Einheitsbrei

Inside HKomm – Der Podcast

KI ist längst Dauerbrenner in allen Redaktionen von Hamburg bis Innsbruck. Aber wie sinnvoll ist sie wirklich in den Organisationen angekommen? Die Antwort darauf ist oft noch unklar.

In dieser Folge von Inside HKomm sprechen wir über Leitlinien, Workflow-Integration und die ganz praktische Frage: Wer übernimmt die Verantwortung für den Output? Während die einen noch mit den Kontextfenstern kämpfen, nutzen andere KI bereits für „Vibe Coding“ oder als Mentor für das selbstbestimmte Lernen.

Gemeinsam mit Jörg Heeren (Uni Bielefeld) und Stefan Peede (MANDARIN EDU) gehen wir dem Hype auf den Grund. Wir diskutieren, warum ein 08/15-Text von der KI noch lange keine gute Wissenschaftskommunikation ist, warum wir im Chatverlauf oft wieder von vorne anfangen müssen und welche Rolle die neuen publizistischen Leitlinien (IQKI) für die tägliche Arbeit spielen.

Die Themen im Überblick:

  • Grundgesetz IQKI: Warum Standards für Hochschulredaktionen unverzichtbar sind.

  • Die Vertrauensfrage: Wie man der KI das Ja-Sagertum abgewöhnt und sie zur kritischen Analyse zwingt.

  • Datenschutz & Souveränität: Warum lokale LLMs der nächste große Meilenstein für Hochschulen sein könnten.

  • Arbeitswelt im Umbruch: Vernichtet KI Jobs oder verschiebt sie nur den Fokus auf echte Fachkompetenz?

Eine Folge voller Praxisbeispiele, technischer Insights und ehrlicher Worte über die Grenzen der künstlichen Intelligenz.

[00:00:03.140] - Ina Teloudis

Herzlich willkommen zu Folge 19 von INSIDE Hochschulkommunikation, dem Podcast für alle, die Hochschul- und Wissenschaftskommunikation Leben gestalten und weiterdenken wollen. Ich bin Ina Teloudis. KI, längst Dauerbrenner in allen Redaktionen von Hamburg bis nach Innsbruck und absolut angekommen. Aber wie sinnvoll ist KI denn angekommen in Hochschulen und Organisationen? Die Frage ist häufig noch nicht so ganz eindeutig beantwortet und wir sprechen heute über Leitlinien, Workflow-Integration und ganz praktische Fragen. Wer checkt eigentlich den ganzen Kram, den die KI so für uns baut? Und was passiert mit der ganzen Zeit, die wir jetzt vermeintlich mehr haben? Heute bei uns digital zugeschaltet einmal Jörg Heeren von der Uni Bielefeld.

[00:01:06.110] - Jörg Heeren

Hallo.

[00:01:08.150] - Ina Teloudis

Und Stefan Pede von Mandarin Medien aus Schwerin. Schön, dass ihr beide da seid. Hallo Stefan.

[00:01:12.330] - Stefan Pede 

Moin.

[00:01:13.210] - Ina Teloudis

Stellt euch doch bitte einmal selber vor. Wer seid ihr? Was macht ihr im Tagesgeschäft und wie kommt ihr mit KI in Berührung?

[00:01:19.880] - Jörg Heeren

Ja, Jörg Herrn hast du gerade gesagt, Uni Bielefeld. Ich hätte gerade auch sagen können Moin bei der Begrüßung, weil ich bin eigentlich gebürtiger Ostfriese.

[00:01:27.700] - Ina Teloudis

Na bitte.

[00:01:28.070] - Jörg Heeren

Ich bin Referent für Wissenschaftskommunikation an der Uni in Bielefeld, mache das seit einigen Jahren und habe dann so die Themen Pressemitteilung auf den Weg bringen, Newsmeldungen für die Website fertig machen, was sich aufdeckt. Bin auch in der Videoproduktion involviert, mache ich da was mit einem Kollegen, produziere ein Forschungsmagazin, was dann in Druck geht und dann rausgeht an Wissenschaftsinteressierte. So ganz kurz abgesteckt, das ist, was ich mache, und heute bin ich hier, weil wir im Bundesverband Hochschulkommunikation eine Projektgruppe haben, zum Thema künstliche Intelligenz in der Hochschulredaktion.

[00:02:06.840] - Ina Teloudis

Okay, Stefan?

[00:02:08.670] - Stefan Pede

Ja, ich bin Stefan, ich mache was mit Medien, genau, bin Medienfachwirt und habe mal irgendwas mit Gestaltung gemacht. Bin seit mehreren Jahren im Agenturbereich tätig als Kundenberater, Projektmanager, habe damit ganz vielen Gewerken, ganz vielen unterschiedlichen Kunden zu tun und ja, habe ein Faible für den Bereich Bildung, weswegen ich auch hier bin. Und natürlich ist es so, dass KI gerade in der Agentur und auch Projektmanager, ja, im Grunde genommen die Arbeit komplett auf links gedreht haben und umgekrempelt haben. Und nach anfänglichen, ja, Berührungsängsten bin ich totaler Nerd geworden, was das Thema angeht, und liebe es, wie es meine Arbeit erleichtert. Und bin auch ganz gespannt darauf, was Jörg zu erzählen hat. Ich bin selber kein Ostfriese, ich bin Mecklenburger, aber komme direkt von der Küste. Und wohne in der wunderschönen Hansestadt Wismar.

[00:03:03.350] - Ina Teloudis

Also zwei Nerds hier in der Runde, auf jeden Fall. Du hast ja gerade schon die IQ angesprochen. Die publizistischen Leitlinien der Projektgruppe IQKI vom Bundesverband, die ist jetzt ein paar Wochen draußen. Was war der ausschlaggebende Moment in der IQ, das würde mich gleich mal als Erstes interessieren, bevor wir dann auch über die Leitlinien sprechen, dass ihr gesagt habt, ich glaube, wir brauchen so was. Wir brauchen irgendwie einen Standard für alle Hochschulen. Gab es da so den einen Moment oder war das so eine Entwicklung?

[00:03:32.550] - Jörg Heeren

Das war ziemlich schnell klar. Also wir brauchen eine Art Grundgesetz, auf dem wir arbeiten. Jetzt ist es nicht nur alles rechtliche Regelungen, das meine ich nicht, aber wir brauchten einen Standpunkt, eine Plattform, auf der wir aufsetzen können, um dann weitere Maßnahmen zu machen. Wir haben vor, Events zu machen, was weiß ich, so ein Lunch Talk zum Beispiel, wo wir dann über das Thema reden und wo wir das dann auch vertiefen können. Und das können wir ja nur klar begründet machen und fundiert, wenn wir uns da einmal intensiv mit auseinandergesetzt haben und klar sind gemeinsam, was wir eigentlich wollen. Und das erklärt, warum wir es brauchen. Wie wir dazu gekommen sind? Letztlich war es so, es wurde schon dieser Bedarf im Bundesverband gesehen. Es hat sich gezeigt, dass sich ein paar Leute dafür interessieren. Bei mir war es so, ich habe bei einer Jahrestagung im Barcamp innerhalb der Jahrestagung einen Vortrag oder nee, das war so eine Session, ein Workshop im Grunde gemacht, wo ich gesagt habe, so arbeite ich mit KI und das sind auch meine Bauchschmerzen und das sind meine Prompts und habe dann mit den anderen diskutiert und da kamen ganz viele Themen auf, die uns alle bewegen und wo wir auch gesehen haben, da sind Unklarheiten oder Unsicherheiten oder noch keine Konventionen da und vielleicht auch viele Grauzonen.

[00:04:47.340] - Jörg Heeren

Und dann wurde ich angesprochen, Jörg, hast du Lust, eine Gruppe mitzumanagen? Die sich darum kümmert. Es gibt auch schon Leute, die sich interessieren. Und so ging es dann los. Und dann haben wir recht schnell gesagt: Okay, wenn wir arbeiten wollen, dann erstmal brauchen wir die Leitlinien.

[00:05:01.370] - Stefan Pede

Vielleicht noch mal einen Punkt vorher: Wie hat dich das Thema KI erreicht? Und hattest du auch so am Anfang so diesen Moment und dachtest: Oh Gott, was ist das denn?

[00:05:10.210] - Jörg Heeren

Ich bin, habe ich noch nicht gesagt, Medienpädagoge und ich bin eben auch nerdig, was das angeht. Ich spiele gerne mit Technik rum und deswegen, als das Thema KI kann man ja nicht sagen, aber diese LLMs aufkamen, so, da bin ich da sehr schnell reingesprungen und habe dann probiert. Ich interessiere mich auch für das Thema fiktionales Schreiben und da gab es auch schon vor Jahren so kleine Tools, da konnte man ein bisschen Text eingeben und dann haben die den Text fortgesetzt. Ich glaube, das waren auch große Sprachmodelle, die vielleicht noch nicht so mächtig waren, aber die konnten auch schon überraschende Dinge. Mindestens zum Brainstorming waren die interessant. Das habe ich mir angeguckt, das kannte ich, und dann gab es bei uns in der Kommunikationsabteilung so die Bewegung: Wenn ihr Interesse habt, euch damit auseinanderzusetzen, dann probiert doch bitte mal, dann testet das mal. Also wir haben das Go bekommen: Schaut euch das mal an. Und dann habe ich das getan und dann habe ich mich damit auseinandergesetzt. Wie kann ich das ordnen? Wie kann ich da für mich Standards schaffen, sprich Prompts und Ähnliches, damit das gut funktioniert? Ich bin, wenn ich Texte schreibe, Bin ich einer, der sehr auf— also gerade bei Pressemitteilungen kann man das gut auf Formate setzen, und dann weiß ich, okay, wie lang ist meine Überschrift, wie lang ist der Lead.

[00:06:20.120] - Jörg Heeren

Vieles gibt man ja sowieso vor, aber das habe ich sowieso schon gehabt. Das heißt, da ist eine gute Passung zu den LMMs. Wenn man denen sagt, was man genau will, dann ist die Chance auch größer, dass sie das liefern, was man möchte.

[00:06:32.300] - Stefan Pede

Also ich finde, es gab ja irgendwie so einen Moment, der war relativ kurz, man ist ja sowieso mit technologischen Neuerungen so Es gibt ja diese Hype-Kurve, es geht alles so hoch und auf einmal sackt das so richtig ab. Und mittlerweile ist dieser Zyklus ja kürzer geworden. Ich erinnere mich ja jetzt, weil ich gerade erzählt hatte, dass ich mal Mediengestaltung gelernt habe, dass es eben auch diese Dotcom-Blase gab, die dann auf einmal platzte, weil man sich gefragt hat, was soll man damit eigentlich machen? Und das irgendwie herauszufinden, was dieses Internet und diese KI eigentlich machen kann und was für Möglichkeiten es denn so gibt, das hat ein bisschen gedauert. Also im Vergleich zu damals, das waren Jahre, jetzt waren es vielleicht Wochen, Monate. Aber ging dir das auch so?

[00:07:12.960] - Jörg Heeren

Wenn ich mich richtig erinnere, als es mit ChatGPT losging, da bilde ich mir ein, dass ich entweder da oder in ähnlichen Tools unterwegs war, und dann bin ich ziemlich schnell dran gestoßen, dass diese Kontextfenster gering waren, oder vielleicht war es auch die Prompt-Eingabemöglichkeit, also wie viel Prompts man überhaupt machen darf. Ich glaube, es waren zu Anfang so was wie 5 oder so, und da konnte ich nicht viel mit machen. Da hat man gerade angefangen und Da war ich noch sehr naiv. Erzähl mir mal einen Witz oder keine Ahnung sowas. Und da bin ich dann erst mal an eine Grenze gekommen und habe dann nicht mehr so viel weitergemacht. Dann wurde es geöffneter, dann konnte man mehr machen und dann konnte man auch mehr probieren. Aber dieses Probieren ist, glaube ich, sehr entscheidend. Ich muss damit experimentieren. Ich muss auch gucken, was machen andere damit, muss mich inspirieren lassen. Irgendwann kommt der Punkt, dann ist man da so drin, dann hat man sich eine eigene Kompetenz drauf geschafft, die berühmte KI-Kompetenz in diesem Fall. Und dann kann man auch das LLM fragen und um Ideen bitten. Und der Chatbot hat dann ja auch Wissen aufgebaut, aufgesaugt von anderen, weil da ja die Trainingsdaten mittlerweile vorliegen.

[00:08:15.870] - Jörg Heeren

Was kann man damit machen? Aber ja, bin ich bei dir. Also das funktioniert nicht sofort. Also einmal aus technischen Gründen, weil die Technik noch nicht so nuanciert ist, noch nicht so fertig ist, wie man es braucht, weil das auch erstmal auf den Markt geworfen ist. Bei OpenAI war es doch so, die haben es auf den Markt geworfen. Die haben, wenn ich mich richtig erinnere, auch gar nicht so sehr mit der Resonanz hat man es gerechnet. Vielleicht mit einer gewissen, aber noch nicht mit der starken. Dann kamen aber plötzlich die ganzen Konsument:innen im Grunde oder die Normalos und fingen dann an, das zu nutzen. Und dann hat sich da eine Art Markt entwickelt für die Konsument:innen und dann gab es auch mehr und mehr Möglichkeiten für Anwendungen und Ideen, was man machen kann. Und das erklärt, glaube ich, diese Spitze, die es dann erst gab. Und jetzt normalisiert sich das und es gibt dann Leute wie uns, die das sehr, sehr gerne nutzen, auch viel nutzen. Und dann gibt es auch einige Leute, die das naiv nutzen wie Google. Ich kenne keine Zahlen, aber das wird so sein. Also ich mache es ja teilweise selbst. Ich stelle da meine Frage und statt früher Google zu fragen: Hast du ein Synonym für das?

[00:09:18.320] - Jörg Heeren

Gebe ich hier ein bisschen Text rein und sage: Kannst du mir da das Wort ersetzen? Drei Optionen bitte. So, die gibt es. Und dann gibt es die Leute, die es eigentlich nicht anfassen, die normale Nutzung haben. Und ich glaube, das dividiert sich auch auseinander. Und dann weiß ich jetzt aber nicht genau, also vielleicht normalisiert es sich. Also die Leute, die richtig drin sind, Die werden das nicht mehr aufgeben.

[00:09:37.110] - Ina Teloudis

Ich habe das Gefühl, dass die Quantensprünge, ich weiß nicht, ob das jetzt inhaltlich richtig ist, immer größer werden. Also bei jedem Austausch, den man hat, wird das Universum größer. Diese Schritte, die wir am Anfang gegangen sind, die lassen sich überhaupt nicht mehr mit diesen Sieben-Meilen-Stiefeln-Schritten vergleichen, die wir jetzt gehen.

[00:09:53.600] - Stefan Pede

Ja, ich finde es auch total spannend, weil man nach wie vor in so einer Pionierzeit ist. Also man hat so das Gefühl, der Markt hat sich noch nicht so zurechtgeruckelt, sondern man kann so spielen und es entstehen immer neue Dinge, neue Tools. Und es ist wie so ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ne? Wäre jetzt gerade im Online-Marketing über Jahre eigentlich Google das Spiel bestimmt hat, wie es zu laufen hat, ist das einmal komplett durcheinandergewürfelt worden. Und das ist sehr spannend, also das ist auch disruptiv, aber ich finde es auch sehr spannend zu beobachten, was das mit dem Markt macht. Und viele haben ja Angst, aber ich sehe es auch als große Chance. Aber ich glaube, ich nehme so ein bisschen das Thema gerade raus. Also Jörg, wie siehst du das?

[00:10:35.980] - Jörg Heeren

Also wo du gerade Du hast es gerade gesagt, erwähnt, es gibt ja dann die Erzählung, dass Jobs durch KI vernichtet werden und das passiert auch. Also ich denke an Übersetzer:innen ganz stark. Es ist ganz oft jetzt schon irgendwie eine Übersetzung integriert in so ein CMS, mit dem man eine Website dann managt. Aber auch wenn man redaktionelle Texte hat, dann ist der Weg jetzt ja viel einfacher, allein vom Handling her, dass gerade ein DeepL oder ChatGPT idealerweise ein System, was in unserem Fall dann die Hochschule zur Verfügung stellt, dann reinzugeben, übersetzen zu lassen. Dann habe ich den Text sofort. Dann gebe ich den vielleicht noch mal an die Wissenschaftlerin, die mit dem Thema und dem englischen Vokabular und den Fachbegriffen vertraut ist. Die guckt dann drüber. Da muss ich dann nicht mehr den Umweg über die Übersetzerin gehen. Aber natürlich geht da was verloren, weil so eine Übersetzerin hat eine Fachkompetenz. Das ist ja mein großes Thema, Fachkompetenz, die ich habe als als gelernter Journalist, als jemand in der Wissenschaftskommunikation, der das seit einigen Jahren macht. Ich weiß so richtig, worauf ich achte. Und das ist bei einer Übersetzerin auch so. Die hat auch ihre Standards, die baut sich ein Glossar auf und Ähnliches.

[00:11:45.810] - Jörg Heeren

Und da muss man dann erstmal mit der KI hinkommen, dass die das sauber hinkriegt. Aber diese Geschichte von, da gehen Arbeitsplätze verloren, hat auch noch eine andere Seite, nämlich ist es auch ein Druckmittel geworden und erzeugt auch den Effekt, dass Leute sich jetzt mittlerweile überlegen: Gehe ich noch in diesen Job? Weil der kann vielleicht durch eine KI ersetzt werden und dann suchen die sich einen anderen Job, von dem sie sagen: Okay, da arbeite ich zum Beispiel enger mit Menschen, das kann man gar nicht ersetzen. Also solche Effekte gibt es auch. Und es gibt dann auch noch diesen Effekt, dass man Druck erzeugen kann auf Personen. Entweder machst du es für den Kurs oder ich mache es halt mit der KI. Also das gibt es auch. Also es ist schon auch ein ziemliches Druckmittel geworden. Und dann haben wir natürlich noch den Punkt: Wir haben plötzlich diesen Middleman, KI, die im Moment noch erschwinglich ist, also wo die Firmen, die dahinter stehen, uns das jetzt noch zu einem günstigen Preis anbieten, aber auch so ein Lock-in erzeugen, also eine Abhängigkeit. Interessant. Wir erzeugen neue Arbeitsweisen, gewöhnen uns an, nicht alle, es gibt ja manche, die machen das sehr ausgewogen, manche steigen da sehr tief ein, manche eben gar nicht, aber die, die sich so rein vertiefen, und wenn das eine ganze Abteilung tut, Dann ist die da in der Abhängigkeit.

[00:13:00.460] - Jörg Heeren

Und wenn die das mit so einem kommerziellen Tool macht, dann ist die gebunden an diesen kommerziellen Partner. Und wenn der dann die Preise erhöht, wir sehen das an Microsoft mit 365, da ist so, was die Kosten für die Bundesländer oder den Bund, ich weiß es gerade nicht mehr ganz genau, angeht, die sind auch im Laufe der Jahre jetzt gestiegen. So, und das kann uns hier auch passieren. Das ist eine Sorge, die ich habe, und da müssen wir auf uns selber aufpassen. Also, dass wir selber fähig bleiben und vielleicht auch im Zweifel, wenn wir mit KI weiterarbeiten wollen, auch dezentrale Lösungen finden, lokale KI. Ich habe jetzt auf meinem Handy von Google LMM was, da alleine läuft das überraschend flott. So was kann man probieren. Lokale Lösungen in der Organisation empfiehlt sich allein, um Datenschutz zu gewährleisten. Aber da müssen eben alle auf uns aufpassen, dass wir uns nicht in diese Abhängigkeit begeben.

[00:13:57.450] - Stefan Pede

Also ich gebe dir da total recht. Also nicht, dass das droht, das wird kommen. Also wir sehen es in allen Lebensbereichen. Abo-Modell, damals von Adobe eingeführt, da haben alle gesagt, das überlebt diese Firma nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Und wir sehen es ja auch, ich sag mal, im Privatbereich, im Consumer-Bereich, Netflix und Co. und so weiter und so fort, Spotify, wie das alles erhöht wird. Und auf der anderen Seite ist ja interessant, das, was du sagst, sich immer noch unabhängig davon zu machen mit seinen Gedanken, ist ja irgendwie auch ganz interessant. Menschen, die KI schlau nutzen, sind, glaube ich, auch in der Lage, zum einen also das gut zu redigieren, die Qualität auch ordentlich zu prüfen, schlaue Fragen zu stellen und auf der anderen Seite dann wiederum auch in der Lage, später wieder den Schalter umzulegen. Also zu sagen, ich kann das gegebenenfalls auch noch alleine, auch wenn es mir jetzt schwerfällt.

[00:14:48.180] - Ina Teloudis

Lernen wir von der KI? Also das ist jetzt wahrscheinlich tief philosophisch, oder werden wir blöder?

[00:14:52.990] - Stefan Pede

Gute Frage.

[00:14:54.270] - Jörg Heeren

Ja, also ich meine, also wir lernen auf jeden Fall mit der KI. Als Medienpädagoge schreibe ich seit Jahren für das Ausbilderhandbuch und da geht es genau darum: Wie kann ich digitale Tools nutzen, um selbstbestimmt zu lernen? Das ist immer mein Thema. Also wie kann ich mit meiner eigenen Intention, mit meinen eigenen Absichten mir Wissen drauf schaffen? Und das geht mit LMMs wunderbar so, weil ich muss nur wissen, wie ich es anstelle. Und ich muss aufpassen, dass es natürlich gutes Wissen ist, also dass ich jetzt nicht irgendwie falsche Informationen kriege. Aber ich kann ja so was machen, dass ich sage, okay, ich bin Auszubildender Tischlerhandwerk, ich bin im ersten Lehrjahr und ich habe die Aufgabe bekommen, ich kenn mich nicht aus, einen Stuhl zu fertigen. Was sind da die wichtigsten Arbeitsschritte? Was sind da die üblichen Fehler und so? Und das wäre so ein Prompt, den ich mir dann eingeben würde. Wenn ich solche Prompts einmal in der Grundidee erprobt habe, dann kann ich mir die auch abwandeln. Das wäre jetzt so ein Prompt, den mache ich ganz zu Anfang. Dann kann ich aber später auch noch mal was machen wie: Jetzt möchte ich mir mein Produkt anschauen und möchte gucken, habe ich die Qualität erreicht?

[00:16:04.620] - Jörg Heeren

Oder jetzt habe ich Stuhl oder Tisch gelernt, jetzt möchte ich mal was ganz anderes machen, etwas Schwierigeres. Kannst du mir bei diesem Transfer helfen? Also da kann ich dann mit der KI vielleicht auf eine Art auch von der KI lernen. Und ich rede ja meistens jetzt hier von Sprachmodellen. Also es gibt andere Möglichkeiten und es gibt ja so ein Tool wie NotebookLM von Google. Gibt auch andere Möglichkeiten, ähnlich zu arbeiten. Aber bei NotebookLM, was die sich ganz gut überlegt haben, ist ja, dass man da ein Satz an Daten reingibt. Ich habe ein PDF, es sollte etwas sein, was ich da auch reingeben darf, das ist ja immer ganz wichtig. Ich kann immer auf Urheberschutz achten. So, aber wenn ich jetzt was im Netz Verfügbares nehme, was meinen Ausbildungsberuf in dem Fall dann betrifft, dann nehme ich das entsprechende PDF oder den Link oder das YouTube-Video. Immer darauf achten, dass es gutes Wissen ist, wo ich weiß, das kommt von einer seriösen Quelle, gibt das da rein und kann dann Fragen dazu stellen, die sich nur auf diesen Text beziehen. Kann mal sein, dass es noch ein bisschen abweicht, da muss man natürlich auch drauf achten, aber die Chance, dass es nur auf den Text bezogen ist, ist groß.

[00:17:13.460] - Jörg Heeren

Und Notebook LLM in der Regel schafft das Tool es auch mir dann zu sagen: Ja, das hier habe ich jetzt übrigens nicht aus dem Dokument. Und da gibt es ja auch Quizzes, die man machen kann. Also ich kann mich dazu abfragen lassen. So, und dann kann ich auch wieder mit der KI lernen, von der KI lernen. Das gibt der KI dann so eine Persönlichkeit. Da tue ich mich gerade so ein bisschen bisschen schwer. Also ich will eine KI, will ich jetzt nicht unbedingt als Mentor haben, sondern ich will meine eigene Intention reinbringen oder einen Menschen haben, der mich dann begleitet, jemand mit Erfahrung und wieder jemand mit Kompetenz in dem Feld, in der Domäne, wo ich unterwegs bin. Und die Person weiß, worauf man achten muss, die Person weiß, was wichtig ist, die Person weiß auch, welche Wege Leute oft falsch gehen. Und welche Wege viable sind, also welche Wege gut funktionieren und für mich auch gut funktionieren.

[00:18:04.230] - Ina Teloudis

Also aus eigener Erfahrung habe ich zumindest eingrenzen können, dass mein Auto offensichtlich Probleme mit der Servoölpumpe hat. Solche Dinge. Es hilft keinem und ich weiß Dinge jetzt über mein Auto, die ich vorher nicht wusste.

[00:18:17.780] - Stefan Pede

Aber der Unterschied ist halt einfach, weil ein Auto ist ein perfektes Beispiel, weil ich sag mal, die KI kann mir Dinge über Autos erzählen. Ich werde Autos nicht verstehen. Ich werde nicht verstehen, wie ein Motor funktioniert. Das ist einfach nicht mein Bereich. Deswegen kann ich da von der KI nicht lernen, da kann ich nur von einem Experten lernen. Ich habe auch so ein Beispiel gedacht, also wir hatten Wasserschaden und habe gedacht, was brauche ich denn? Mach Fotos, also was muss ich einkaufen und so weiter. Und bis zu einem gewissen Punkt hat die KI mir auch gut geholfen, aber dann hat es mir irgendwie Anschlüsse verwechselt, und wo ich selber gedacht habe, das kann ja irgendwie nicht passen, dann sagte ChatGPT, nein, das ist genau richtig, was du da kaufst, und es war falsch. So, ich glaube halt, der Lerneffekt ist eher, wo die, da bin ich bei Jörg auf jeden Fall, dass wir bei dem Thema, es unterstützt, Insofern, als dass, wenn du das Abstraktionsvermögen hast, in deinem eigenen Bereich die nächsten Schritte zu gehen, also dieses Thema so rein nerden und sagst, okay, jetzt habe ich hier etwas abgeschlossen, das ist besonders gut, und ich gehe jetzt den nächsten Schritt.

[00:19:14.240] - Stefan Pede

Ja, also ich reichere das noch mehr mit Qualität an. Ich hole mir noch mal etwas Verwandtes, was zum Thema passt. Also wenn wir jetzt bei Websites, du hast es jetzt gerade angesprochen, Jörg, ne? Ja klar, kannst du dir eine Website coden lassen, aber die Beurteilung dessen, funktioniert diese Website jetzt wirklich gut für den Nutzer oder ist sie technisch einwandfrei, frei umgesetzt, die kann wahrscheinlich ein Zimmermann nicht so gut beantworten wie mein Kollege in der Agentur. So, ne. Und dann den nächsten Schritt zu gehen und ich sag mal die Webseite noch krasser zu machen, noch besser zu machen, noch überzeugender, noch überraschender, das ist so etwas in den jeweiligen Bereichen, wo ich sage, okay, das eröffnet ganz neue Möglichkeiten und zapft so neue Synapsen an, so in seinem eigenen Fachbereich. Und da lernt man tatsächlich sehr viel auch Und insbesondere, wenn man nicht nur mit sich alleine daran arbeitet, sondern auch das Ganze mal einfach kritisch auch von Kollegen redigieren lässt, was da rausgekommen ist. Also Jörg, du wirst ja auch deine Texte da irgendwie schreiben und irgendwann ist man ja so im Tunnel, selbst nicht mal wenn man das mit KI macht, sondern wenn man seinen Aufsatz irgendwie alleine schreibt, dass man sagt, hier muss mal jemand anders drauf gucken.

[00:20:25.140] - Stefan Pede

Und das macht eigentlich totalen Spaß, finde ich.

[00:20:28.690] - Jörg Heeren

Ich musste gerade noch dran denken. Das Problem beim von der KI Lernen ist ja auch, dass die KI im Grundton der Überzeugung Dinge sagt. Irgendwo hinterlegt ist in der Regel bei den KIs: Du bist eine hilfsbereite KI oder hilfsbereiter Chatbot. Und dann ist immer noch hinterlegt, glaube ich, dass sie das auch durchaus überzeugend sagen sollen. Was da genau steht, wissen wir in der Regel nicht.

[00:20:49.860] - Stefan Pede

Eine sehr gute Erkenntnis, Jörg.

[00:20:51.620] - Ina Teloudis

Ja, jetzt bist du ihm wieder bei.

[00:20:53.870] - Jörg Heeren

Stefan, das hast du sehr schön formuliert. Und das kennen wir. Und dann muss man wirklich sehr dran arbeiten, der KI dann zu sagen: Jetzt hör mal auf, mich hier ständig zu bestätigen, sondern geh kritisch ran. Ich habe das auch vor ein paar Tagen noch gemacht. Habe ich mit Gemini für mich, weil ich mich für Philosophie interessiere, habe da so ein bisschen was erfragt und dann habe dann so ein paar Zusammenhänge hergestellt. Dann hat er jedes Mal gesagt: Du triffst genau den Punkt. Und so was kam dann immer wieder. Und dann habe ich immer gesagt: Nee, jetzt mach mal anders. Geh mal unsere ganze Konversation durch und sag, wo du Kritikpunkte siehst. Und bitte hör auf, so affirmativ zu sein.

[00:21:27.770] - Ina Teloudis

Und dann wurde es interessant für dich.

[00:21:29.700] - Jörg Heeren

Ja, und dann war das so, dann hat er Punkte rausgesucht, wo er so ganz seichte Kritik geübt hat und fing dann wieder an, mich zu bestätigen. Also so viel dann wieder zurück. Da muss der Gegenprompt sehr groß, sehr stark sein.

00:21:43.270] - Ina Teloudis

Ich habe das Gefühl, Claude ist da ein bisschen kritischer unterwegs.

[00:21:47.550] - Stefan Pede

Claude ist kritischer, weil es ja auch gerade so bei uns in Agentur-Kontexten ziemlichen Hype hat. Ja, genauso viele Fehler. Es bringt dir alles nichts, wenn du da nicht kritisch drauf guckst. Also Cloud ist auf jeden Fall kritischer, der Punkt. Und das fand ich jetzt in der ganzen KI-Entwicklung, Jörg, weil du es vorhin auch beschrieben hast, wie man das im Alltag am Anfang so ein bisschen fast infantil benutzt hat und so Fragen gestellt hat. Ich glaube, der ganze Turnaround kam dann durch diese Custom-GPTs und JAMMs, also wo man diese Anleitung per Markdown und so weiter schreiben konnte. Da ja sehr restriktiv sagen konnte und verbieten konnte, wie er mit einem spricht und wie er kritisch sein soll und kann und wie so Abläufe sein sollten. Das war eigentlich so für mich so der Punkt, wo ich gedacht habe, das ist ja krass. Und vor allem ganz witzig ist ja auch, dass man seine Anleitung ja auch nicht selber schreibt. Die macht man ja dann eigentlich auch mit KI.

[00:22:42.520] - Jörg Heeren

Genau, Markdown, diese Auszeichnungssprache, wo man dann Rauten hat und Spiegelstriche und Ähnliches und Sternchen. Um Sachen zu kennzeichnen. Genau, das ist ja, also muss ich mich da hinsetzen, das alles dahin schreiben? Nee, wie du sagst, ich kann dann schön sagen, du siehst zu, dass du das bitte formatierst und die Ausgabe. Ich schreibe jetzt immer output:md und das klappt wunderbar. Seitdem fängt er auch nicht mehr an, mir bei Gemini in diesem Fall ständig Bilder zu generieren, wenn ich die in dem Moment nicht haben will. Ja, also das klappt gut. Claude habe ich übrigens geschafft, auch ähnliche Erfahrung wie ihr, einsilbiger hinzukriegen. Also ich habe da hinterlegt, ich möchte kurze Antworten, bitte stell keine großen Rückfragen oder so was Ähnliches. Ja, kommt mir manchmal sehr kurz angebunden vor. Das ist unfreundlich gerade.

[00:23:22.130] - Stefan Pede

Deswegen ist es so beliebt bei Entwicklern bei uns.

[00:23:25.470] - Ina Teloudis

Kein Smalltalk.

[00:23:27.320] - Jörg Heeren

Ja, genau. Ja, und anderer Punkt, wo ich noch anschließen würde an Stefan: Wenn ich mit Menschen zusammenarbeite oder mit mir selber als Mensch und mir Gedanken mache, dann habe ich meine eigenen Eigentümlichkeiten. So, ich habe meine eigenen Verschrobenheiten oder eigenen verrückten Ideen. Und das kann ich bei einer KI vielleicht auch hinkriegen, aber dann muss ich die Rolle sehr, sehr eng definieren und vielleicht ist sie dann so eng definiert, dass es dann doch nicht mehr so verschroben wirkt und so. Aber da ja eine KI gewöhnlich einen schönen Durchschnitt liefert und das Allgemeinere ist eben das Risiko, was Stefan gerade schon sagte, dass die Website, die da rauskommt, dann noch eher 0 auf 15 ist oder vielleicht sieht schon gut aus und macht was her und Jemand, der in der Ausbildung zum Grafikdesigner ist, erstes Jahr oder zweites Jahr, wird auf jeden Fall sagen: Ja, das ist doch ein gutes Produkt. Vielleicht. Und jemand, der weiter ist, würde sagen: Ja, aber da können wir noch ran. Hier, lieber Azubi, gucken wir uns das mal an. So, das bleibt der Punkt. Also einmal dieses: Da kommt jemand mit mehr Wissen und Erfahrung und kann das beurteilen. Und das andere: Da kommt jemand mit so Punkten, da kann ich es noch ändern und das hätte ich gerne und das ist mein Stil und das ist mein Geschmack.

[00:24:36.210] - Jörg Heeren

Und das würde ich gerne reinbringen und bringt dann seine eigene Linie rein. Und das finde ich auch so faszinierend, wenn Leute Texte schreiben oder Bilder machen. Also ich denke jetzt auch an Künstler:innen und so. Da scheint immer wieder die Person durch mit ihren Eigentümlichkeiten. Und wenn du anfängst, Texte in KI zu schreiben, dann geht das verloren. Das muss man sich bewusst machen. Oder man muss es bewusst wieder reinschreiben oder bewusst gegenprompen. Jeden Absatz dann bearbeiten und dann reinbringen, was man möchte. Dann kriegt man das vielleicht in eine bestimmte Richtung. Man muss natürlich auch überlegen, wo will ich das überhaupt? Und noch eine andere Erfahrung, die ich gemacht habe, was Umgang mit KI angeht, wenn ich jetzt so in so einem Chat bin und ich habe dann zum Beispiel, ich habe jetzt auch eine Website dran rumgebastelt mit Vibe Coding oder ich hatte mir andere Dinge gemacht, die ich für meinen kleinen Server dann haben wollte, dann schleichen sich ja mal wieder diese Fehler ein und dann muss man eben der KI einmal sagen, guck dir das noch mal an und räum den Code auf. Sieh zu, dass das Unnötige raus ist und dann kommt man vielleicht wieder dahin, dass es geht, oder man muss dann wieder zu einer alten Version zurückgehen oder so was.

[00:25:40.700] - Jörg Heeren

Aber auf jeden Fall dieses: Erinnere dich an das, was wir schon alles besprochen haben. Sage mir, was hat der User hier an Bedarf geäußert? Und wende das noch mal auf das an, was wir jetzt gerade hier als Zwischenprodukt haben. Mitunter hilft das. Aber das ist ja auch das Problem, dass eine KI oder Chatbot im Verlauf der Konversation Dinge stärker gewichtet, nämlich gewöhnlich die am aktuellen Punkt und die vom Anfang. Und das Unterwegs geht gerne verloren.

[00:26:04.600] - Ina Teloudis

Ja, also du sagst der KI, sie soll sich noch mal zusammenreißen.

[00:26:07.820] - Stefan Pede

Das ist tatsächlich ganz interessant, weil, um da jetzt vielleicht auch noch mal einen kritischen Ton Richtung KI zu sagen, es hat ja da auch so Einzug gehalten, dass wir ja immer mehr Beta-Tester werden, also als normale Nutzer. Also wir bezahlen schon Abos. Das ist ja im Gaming schon ganz lange so, also wenn wir uns, weil wir gerade im Nerdtum sind, Na gut, bisschen sei er auch noch. Als ich, keine Ahnung, 10, 12 Jahre alt war, da habe ich mir mein Super Nintendo Modul gekauft und das war fertig, das Spiel. Heute ist es dadurch, dass es Internet gibt und Updates und so weiter, kann man das die ganze Zeit immer noch verbessern, weswegen Spiele einfach verbuggt rauskommen. Und so ist es halt mit der KI auch. Also es ist ja wirklich irrwitzig, dass wenn man einen langen Chat hat, dass der immer fehleranfälliger wird und man eigentlich immer wieder von vorne anfangen muss, weil er sich immer wieder auf sich selbst referenziert. Und das sind so Dinge, die halten einen dann doch noch mal von dem potenziell guten, tollen Ergebnis und dem Bild, was man hat, was man mit KI machen kann, dann manchmal auch noch ab, muss man sagen.

[00:27:07.240] - Jörg Heeren

Wo du gerade Bild erwähnst, also es gibt ja auch faktisch das Problem, wenn du ein Bild erzeugst und du sagst: Mach mir dieses Bild schöner. Zumindest hatte ich es vor ein paar Wochen, kann sein, dass sie es mittlerweile repariert haben, dass das Bild dann immer rissiger wird oder so kaputter. Dann sind plötzlich die Linien irgendwie gedoppelt. Ich hatte neulich so einen Effekt, dass es dann aussah wie früher mit der 80er-Jahre-3D-Brille, wo dann so zwei Linien nebeneinander lagen und das kriegst du ganz schlecht wieder raus. Also ich wollte ein Bild irgendwie optimieren, wir reden jetzt von so einer Zeichnung, und habe ich nicht mehr gut hingekriegt. Da habe ich glaube ich irgendwann gesagt: Okay, mach es schwarz-weiß und wir fangen von vorne an oder sowas. Also dieser Punkt: Hier jetzt einmal ein Cut und wir fangen noch mal ganz von vorne an. Von vorne anfangen kann auch heißen, Schreibt mir mal eine Zusammenfassung dessen, was wir besprochen haben. Ich gehe jetzt zu einer anderen KI hiermit.

[00:27:55.250] - Ina Teloudis

Genau, schreibt mir bitte einen ordentlichen Bild-Prompt, um alles umzusetzen, was wir besprochen haben. Jörg, wenn wir mal auf die Leitlinien gucken noch mal. Also es wird ja Dinge geben, über die muss man nicht groß diskutieren, da macht jeder sofort einen Haken hinter beim Lesen. Gab es irgendwie zu dem einen oder anderen Punkt Feedback vielleicht auch schon aus den Hochschulredaktionen des Landes? Wie sollen wir das umsetzen? Oder das ist uns nicht groß genug. Habt ihr da schon irgendwie Feedback bekommen zu?

[00:28:20.130] - Jörg Heeren

Erstmal sehr viel positives Feedback, hat mich sehr gefreut, aber ich freue mich auch noch, gerne melden über kritische Anmerkungen oder Hinweise, wo kann man es noch optimieren. Wir hatten vor der Veröffentlichung schon mal so eine kleine Sneak Preview gemacht bei einer Jahrestagung und ein Thema, was da vorkam, war die Frage der Zuliefer:innen. Denn wir haben ja in der Hochschulkommunikation, das haben Zeitungen auch, im Grunde alle Redaktionen immer wieder den Fall, dass Leute was von außen reingeben. Das kann heißen, dass es Freelancer sind, kann auch heißen, dass Leute einfach den Waschzettel, Pressemitteilung, also kann ja auch mal sein, dass wir die aufgreifen. Und dann kann es ja sein, dass da ein Bild dabei ist, das KI-generiert ist und wo es vielleicht nicht beisteht. Es kann auch sein, dass das ein Text ist, der KI-generiert ist Und dann steht das nicht dabei, was eigentlich kein Problem ist. Aber jetzt kommen wir mal zu dem Fall: Ich arbeite mit einer freien Autorin zusammen. Die freie Autorin nutzt KI, kann sie machen. Erst mal sagt mir aber das nicht. Dann kann das verschiedene Schwierigkeiten mit sich bringen. Auf der einen Seite, wenn sie KI nutzt und sie redet mit Wissenschaftler:innen unserer Uni und die sagen: Hier, ich gebe Ihnen mal das Manuskript meines Papers.

[00:29:36.830] - Jörg Heeren

„Es ist vertraulich, ist nur für Sie. Schreiben Sie damit mal den Artikel." Und die Kollegin in einem unbedachten Moment oder weil sie sich das so angewöhnt hat, gibt dieses Manuskript, was vielleicht so ein Proof ist oder so, was einfach noch nicht erschienen ist, zu ChatGPT und nutzt vielleicht das freie Modell und das Paper als Trainingsmaterial für ChatGPT genutzt. Dann hat sie etwas preisgegeben, nämlich die Ergebnisse dieses Wissenschaftlers oder der Wissenschaftlerin. Das kann ein schwieriger Punkt sein.

[00:30:06.670] - Ina Teloudis

Ist aber doch auch urheberrechtlich relevant, ne?

[00:30:09.390] - Jörg Heeren

Urheberrechtlich, weil das Urheberrecht ja bei der Person liegt, die den Text geschrieben hat. Und dann kann es aber eben, wenn wir über Lizenzvereinbarung reden, also ich kriege einen Text von dem Verlag, wobei der im Moment ja noch, also der ist jetzt nur im Layout von dem Verlag und kommt ursprünglich von der Person, aber der Verlag sagt vielleicht, das darf nicht in KI rein. So, und dann würde ich das auch für so eine Zwischenstufe annehmen. Das andere ist, ich bekomme einen mit KI erzeugten Text. Idealerweise hat die Kollegin den ja dann gut bearbeitet, muss auch mit der Wissenschaftlerin dann gegengecheckt werden. Aber trotzdem kann es ja passieren, dass da KI-typische Fehler drin sind. Und die KI, wir wissen, haben wir gerade besprochen, schreibt so überzeugend, dass ich den Text so anheimelnd finde, dass er so gut bei mir ankommt, dass ich da Dinge überlese, die potenziell Fehler sind. Nehmen wir mal Jahreszahlen oder Namen oder dass eben dann eine Angabe, ein Faktum falsch ist, und das überlese ich dann. Eigentlich weiß ich das, dass ich sowas prüfen muss, aber ich gehe davon aus, dass die Kollegin das macht. Und so würde ich vielleicht bei bestimmten Punkten noch mal kritischer gucken, weil ich weiß, das ist ein KI-Text, und würde dann sagen, ich checke das gerade selber mal gegen mit Google oder so, und dann sehe ich, okay, da ist Fehler drin, und dann würde ich es noch mal zurückgeben oder korrigieren, absprechen mit den Beteiligten.

[00:31:26.030] - Jörg Heeren

Und das ist diese Frage zum Zulieferer. Also ich Dinge, die in irgendeiner Form schützenswert sind oder zu schützen sind, aus rechtlichen Gründen, und man kann das aber nicht absichern. Was ich machen kann, ich kann einmal das vertraglich regeln. Also ich kann sagen: Lieber Freelancer, liebe Freelancerin, wenn du mit mir arbeitest, du darfst KI nutzen, dann darfst du nur folgende KIs verwenden oder unter folgenden Bedingungen. So lokale KI oder KI mit Vertrag, wozu gesichert ist. Dass das nicht für Trainingsmaterial genutzt wird. Solche Dinge muss man sich überlegen und dann formulieren und dann abstimmen mit den Leuten, die für einen arbeiten. Wenn Leute einem Dinge liefern, muss man dann eben auch schauen. Haben wir in der Vergangenheit alle Redaktionen ja insofern gemacht, dass wir einmal kurz gefragt haben: Hier, was ist der Bildcredit? Oder so. Und dann war das in der Regel damit geklärt. Ich habe dann dokumentiert, dass die Person mir gesagt hat, so darf das Bild genutzt werden, es darf an die Presse gegeben werden, das muss drunter stehen. Aber jetzt müsste man mal drüber nachdenken, wie man das hinkriegt in solchen Fällen, wo KI genutzt wird, dass man sich dafür auch eine Dokumentation mitliefern lässt. Mit welcher KI wurde das gemacht?

[00:32:36.720] - Jörg Heeren

Kann ich bitte einen Screenshot dazu haben von dem Dialog, wo das entstanden ist? Und ich suche mir dann selber noch die Nutzungsvereinbarung raus oder lass mir die mitschicken, die zu dem Zeitpunkt von OpenAI oder einem anderen Anbieter dann vorlag.

[00:32:49.650] - Stefan Pede

Also diese Leitlinien, die ihr da entwickelt, die könnten ja gegebenenfalls auch vertragliche Entwürfe dort mitgeben oder Ideen dafür, weil ich meine, auch die KI-Nutzung ist ja auch noch mal ein ganz neues Thema, also wie sich dann Verträge auch irgendwie gegebenenfalls verändern, wenn du das irgendwie regeln willst mit Freelancern und Freien.

[00:33:09.870] - Jörg Heeren

Also wir geben Prüfpunkte, so würde ich es beschreiben. Wir haben im Grunde so 3 Punkte. Wir haben einmal so die fachlichen Standards, die wir drin haben, also das, was im Journalismus, in der Wissenschaftskommunikation gelebt wird und was uns wichtig ist, wenn wir arbeiten. Dann haben wir rechtliche Pflichten mit aufgenommen. So, und das macht auch einen großen Teil aus hier in den Leitlinien, ist auch juristisch geprüft. Und dann haben wir das Thema organisatorische Schutzmaßnahmen. Also das ist ja so ein bisschen der Übergang. Wie kann ich mich als Organisation absichern? Und das sind dann genau zum Beispiel diese Verträge oder Zusicherungen, Gewährleistungen durch andere, wo mir dann zugesichert wird von OpenAI zum Beispiel, wenn man die als Hochschule dann einkauft und sagt als Hochschule, wir wollen das nutzen, dass die einem dann zusichern, okay, wenn du es hier mit Abo machst, dann nutzen wir kein Trainingsmaterial.

[00:34:04.170] - Stefan Pede

Wenn du Texte bekommst von einem Freelancer und du die prüfen musst, wie gut der Text ist und ob er KI-generiert ist, ob diese entsprechenden Fehler drin sind. Du hast ja gerade davon gesprochen, dass du einen KI-Text anders prüfen würdest, wenn du weißt, der ist mit KI generiert, als wenn du einen reingeschriebenen Text von einer Expertin bekommen würdest. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dafür auch KI zu nutzen?

[00:34:30.110] - Jörg Heeren

Ich überlege gerade, wenn ich den Text habe, dann kann es sein, dass ich entweder Google nutze, um zu prüfen, oder eine andere Suchmaschine. Ich nehme gerne DuckDuckGo. Um zu gucken, sind die Angaben in Ordnung, die mir dann aufgefallen sind. Aber natürlich kann ich dafür auch einen Chatbot nutzen. Perplexity zum Beispiel ist ein wunderbares Tool, um Fakten zu checken, und dann gucke ich eben damit nach, ob das passt. Wo ich aber noch echt üben möchte, ist eben dieser Punkt: Wie erkenne ich das gut? Also diese Sache mit den Gedankenstrichen ist ein guter Indikator. Also wenn sehr viele Gedankenstriche im Text sind, dann ist die Chance groß, dass da eine KI geholfen hat oder dass einfach die Schreiberin, der Schreiber sich das so angewöhnt hat. So als Masche. Gerade Striche sind schön. Kenne ich von mir selber. Mittlerweile bin ich vorsichtig damit geworden, weil ich nicht möchte, dass meine Texte dann KI-mäßig wirken oder dann abschrecken. Oder es sieht auch einfach im Bild nicht so gut aus. Ja, dann gibt es solche Dinge wie Anführungszeichen, wenn das diese einfachen oben gesetzten Anführungszeichen sind und nicht die, wie wir sie im Deutschen haben. Wenn das irgendwie mit drin ist, dann fällt es auch auf.

[00:35:34.040] - Stefan Pede

Das habe ich schon vor KI immer falsch gemacht.

[00:35:37.110] - Jörg Heeren

Ja, es gibt ja Leute, die einen Akzent setzen als Apostroph. Das tust du hoffentlich nicht, Stephan. Nein. Aber so, das würde eine KI auch nicht tun. Aber da habe ich mittlerweile gelernt, das ist eine andere Option. Es gibt zwei Arten von Apostrophs. Das ist okay. Aber trotzdem dieses eine, was einfacher ist, was nicht so geschwungen ist, das kommt oft aus einer KI. Also es gibt da so Wahrscheinlichkeiten, wenn man sich das anguckt, dass eine KI da was geliefert hat. Aber dieser Punkt, den du gerade hattest, das kann man natürlich tun, dass man sich dann einen Prompt macht und sagt: Du bist ein Redakteur, spezialisiert darauf, KI-Texte zu erkennen. Du weißt, welche Indikatoren dafür sprechen, dass ein Text mit Hilfe von KI erzeugt ist. Und du weißt auch, welche Fehler KI gewöhnlicherweise erzeugt, welche Halluzinationen typisch sind und welche Buzzwords, Begriffe, Floskeln. Innovativ, bahnbrechend und so weiter, gerne von der KI oder bevorzugt von der KI genutzt werden. Und dann würde ich diesen Prompt da reingeben und dann würde ich dann vielleicht sagen: Und liebe KI, jetzt optimiere diesen Prompt. Man muss immer aufpassen, dass sie den Prompt dann nicht ausführt. Also den setzt man sich dann vielleicht in Anführungszeichen und schreibt darüber: Du bist Promptoptimierer, optimiere diesen Prompt, wo jemand eine KI-TextprüfungskI ist.

[00:36:50.130] - Jörg Heeren

Aber habe ich noch nicht gemacht. Also das ist ein guter Gedanke. Dafür braucht man Leute von außen, die einem dann mal sagen: Hast du daran schon gedacht?

[00:36:57.180] - Ina Teloudis

Was eine ganz, ganz wichtige Info ist, die auf gar keinen Fall verloren gehen darf für alle, die jetzt zuhören. Also wer es noch nicht gemacht hat, geht bitte auf die Website vom Bundesverband Hochschulkommunikation, oben Reiter Projekte, da gibt es die IQKI, und wenn man darauf klickt, dann kann man gleich nach dem ersten Absatz sich die Leitlinien einmal runterladen und mal durchlesen. Das ist ein guter Tipp für alle, die es noch nicht gemacht haben.

[00:37:22.470] - Jörg Heeren

Und ich würde einmal mitgeben, um direkt schon Transfer irgendwie zu ermöglichen: Wenn Sie sich die Leitlinie holen, ihr könnt die einmal komplett lesen, gerne, die ist auch nicht so lang, aber ihr könnt auch direkt nach hinten blättern zur Checkliste. Und da haben wir eine Checkliste, nennt sich reflektierter und verantwortungsvoller KI-Einsatz in der Hochschulkommunikation, und darunter gibt es zwei Teile: persönliche Verantwortung und Teamverantwortung. Und dann sind wirklich aus den Kapiteln heraus extrahiert die einzelnen Punkte, die ihr nutzen könnt, um einmal zu prüfen, wenn ihr KI nutzt, KI nutzen wollt, seid ihr da auf sicheren Bahnen unterwegs? Ist das professionell? Genügt das den rechtlichen Bedingungen oder den rechtlichen Pflichten? Ist organisatorischer Schutzbedarf gewährleistet? Wir haben auch noch so eine Abschlussfrage, die heißt: War und bleibt die Kontrolle über den Inhalt meines zur Veröffentlichung vorgesehenen Beitrags in menschlicher Hand? Also Human in the Loop. So, es hat am Ende noch mal jemand drüber geguckt. Ist das nicht einfach nur ausgegeben von der KI? Und meine Empfehlung ist, dass Abteilungen sich selber Leitlinien oder Leitfaden machen, wenn sie KI nutzen wollen. Was ist da zu beachten? Was sind vielleicht auch Standard-Tools? Wie werden Fehler von diesen Tools auch erfasst, damit man gegebenenfalls dafür sorgt, dass die Fehler nicht mehr da sind oder dass man das Tool dann vielleicht auch wechselt?

[00:38:42.160] - Jörg Heeren

Also solche Fragen kann man sich dann stellen, aber dass man sich dann einmal selber auch Maßgabe macht. Wie kriegen wir es auch hin, dass in der Organisation oder Abteilung KI-Kompetenz vermittelt wird, zum Beispiel durch Tandems geteilt wird? Leute, die das gut können, tun sich mit Leuten zusammen, die das nicht so gut können. Gibt es regelmäßige Schulungen oder Austauschformate? Das kann man auch super integrieren in übliche Abläufe. Sowas haben wir auch alles in den Leitlinien stehen. Aber das würde ich mitgeben. Also geht das durch und schaut, wie ihr es anwendet, und diese Checkliste hilft da sehr.

[00:39:11.610] - Stefan Pede

Ich finde das auch ganz toll, dass du dich dem angenommen hast in diesem Hochschulkontext. Das hat noch mal, glaube ich, auch ein anderes intellektuelles Level und eine Flughöhe im Gegensatz zu der normalen KI-Nutzung in einer Agentur beispielsweise, rein rechtlich, finde ich. Also das finde ich schon sehr spannend, und dass du dich dem da so angenommen hast, finde ich schon ziemlich großartig.

[00:39:34.240] - Jörg Heeren

Also du siehst den Unterschied, weil es noch mal Leute in Organisationen gibt, die noch mal anders drauf gucken, oder?

[00:39:40.310] - Stefan Pede

Ja, ja, also es ist ja ein ganz— guck mal, Wenn wir Konzepte schreiben in der Agentur, das hat ja nicht so einen Stellenwert wie so eine wissenschaftliche Studie oder so was, sag ich jetzt mal, weißt du. Also es ist ja wirklich, unter Umständen entstehen ja an Hochschulen wirklich Dinge, die weltbewegend sind. So, das meine ich halt damit, weißt du. Und da darf ja kein Fehler sein. Auch so ein wissenschaftlicher Diskurs, der darf ja auch nicht von KI halluziniert und gestört sein. Deswegen finde ich es auch so unheimlich wichtig, dass es da Leitlinien gibt, Bei uns ist es halt so, natürlich ist es total doof, wenn da Fehler in der KI sind, aber dann sagt man: Ja gut, okay, lieber Kunde, habe ich einen Fehler gemacht. Also das ist für uns, ist es natürlich im täglichen Arbeiten natürlich ganz schlimm, wenn wir Fehler machen. Das will ich nicht sagen. Und ich glaube, es sind auch andere Branchen, auch in der Softwareentwicklung und so weiter, betroffen. Aber es lässt sich beheben. Ich finde bloß, der Wissenschaft ist ja so das Ding. Wissenschaft ist so ein Anker, der muss man ja trauen. So, und da darf natürlich überhaupt gar keine Halluzination sein, auch gar kein Fehler rausgehen aus meiner Sicht.

[00:40:39.420] - Jörg Heeren

Ja, und genau, Wissenschaft wird so dieser gesellschaftliche Auftrag, liefert uns eine Wahrheit oder liefert uns sehr durchdachte, nachvollziehbare Dinge. Das steckt da so hinter, dass man dann so eine große Erwartung an die Wissenschaft hat. Und wenn es dann passiert, dass man sagt, ja, faktisch war jetzt hier gar kein Wissenschaftler, Wissenschaftlerin im Einsatz, sondern die KI hat es gemacht. Da muss man natürlich auch noch mal gucken bei den Leuten, die dann die Studien machen. Das ist ja auch noch mal eine ganz andere Ebene. Haben wir auch die Entwicklung, dass da ja viele Paper mittlerweile mit KI, Chatbots, auch mit Hilfe dieser Chatbots erzeugt werden. Kann auch alles okay sein, aber eben die Datenlage muss passen. Und wir haben ein hohes Aufkommen von wissenschaftlichen Papern, eine Zunahme, wenn ich es richtig mitbekommen habe. So, das ist eine ganz andere Baustelle, aber ich bin bei dir. Wenn wir als Kommunikationsabteilung dann etwas rausgeben, dann muss es eben diesen Anspruch an Wissenschaft auch widerspiegeln und da liefern. Und wir können da kein Produkt, das beim Kunden reift, dann abliefern.

[00:41:39.470] - Stefan Pede

Genau, also das schließt ja an das an, was wir am Anfang hatten. Also dass der Konsument ja nur noch Betatester ist. So, das ist ja etwas, was die Wissenschaft ja eigentlich noch exklusiv hat, im Sinne von das, was da kommt, ist richtig oder entsprechend gekennzeichnet, dass es noch Work in Progress ist. Also Genau.

[00:42:00.080] - Ina Teloudis

Wir kommen zum Ende, Leute. Ich finde, Work in Progress ist ein ziemlich gutes Schlusswort. Also wer es noch nicht gemacht hat, um noch mal zusammenzufassen, einmal noch mal die Leitlinien inhalieren oder zumindest die letzten Seiten, wie Jörg ja gerade gesagt hat. Und kannst du vielleicht noch mal gucken lassen, was so im Terminkalender geht zum Thema Bundesverband und KI? Gibt es da irgendwie ein Date, das wir uns schon mal aufschreiben sollten?

[00:42:20.990] - Jörg Heeren

Ihr könntet schauen auf den IDW Lunch Talk. Das Informationsdienst Wissenschaft bietet ja regelmäßig Lunch Talks an. Und da gab es auch schon mehrere zum Thema Nutzung von KI. Und wir werden mit dem IDW und auch mit Wissenschaft im Dialog zusammen einen Lunch Talk machen, wo wir dann die Leitlinien vorstellen. Das wird im Sommer sein. Wir sind da gerade noch bei der Terminklärung. Wird dann bekannt gegeben, einmal über den IDW, und wir werden auch über einen Bundesverbandverteiler dann darauf hinweisen.

[00:42:51.760] - Ina Teloudis

Okay. Mensch Jörg, vielen Dank. Dankeschön. Also erstmal für den Job, den ihr da macht, natürlich für uns alle irgendwie, und auch, dass du dir so viel Zeit genommen hast zu plaudern.

[00:43:01.350] - Jörg Heeren

Sehr, sehr gerne. Danke euch.

[00:43:02.720] - Stefan Pede

Danke, Jörg.

[00:43:03.780] - Ina Teloudis

Und bevor wir jetzt Schluss machen, Stefan, hast du jetzt noch mal die kleine, aber feine Mammutaufgabe, noch mal für uns alle zusammenzufassen. Was sind so deine 1, 2, 3, 4 Main Takeaways von heute?

[00:43:15.590] - Stefan Pede

Ja, vielen Dank, Ina, auf jeden Fall. Mir hat das Gespräch wahnsinnig Spaß gemacht und ich halte halt auf jeden Fall fest, ne, dass KI in der Hochschulkommunikation weiter mehr ist als nur Texte generieren. Es ist also total wichtig, dass man da 3 Dinge für sich so mitnimmt. Und das ist für mich zum einen vom Passagier zum Piloten. Also man sollte auf jeden Fall nicht darauf warten, dass die Hochschulen oder dass eure Hochschulen euch das perfekte Tool servieren, sondern geht rein, werdet zu Pionieren, experimentiert mit lokalen Lösungen und baut euch eure eigene KI-Kompetenz auf. Wer die Tools versteht, der bestimmt auch morgen die Standards. Das Zweite, was ich mitnehme, ist, dass Qualität einfach euer Brand sein muss. Also KI liefert uns einen soliden Durchschnitt in jedem Bereich, aber für den richtigen Aha-Effekt braucht es vor allem euer Expertenwissen. Also nutzt die Zeit, die euch die KI spart, nicht nur für euren Output, sondern auch für besseren Output. Seid kritisch. Bürstet die Ergebnisse gegen den Strich und behaltet immer die Menschen im Loop. Und das Dritte, was ich mitnehme, ist einfach die Sicherheit durch Struktur. Also nutzt die Leitlinien des Bundesverbands als euer Geländer. Klärt die rechtlichen Fragen, die Zusammenarbeit mit Externen frühzeitig.

Denn nur wer sich sicher fühlt, kann auch mutig kommunizieren.

[00:44:40.420] - Ina Teloudis

Dankeschön, Stefan. Ja, das war Folge 19. Hochschulkommunikation, powered by Bundesverband Hochschulkommunikation und MANDARIN EDU. Wenn euch die Folge gefallen hat, wovon ich natürlich ausgehe, teilt sie gerne, bewertet uns auf den gängigen Plattformen und seid vor allem in 14 Tagen gerne wieder dabei. Ja, bis dann!

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Folge 18: Heartprint statt Hochglanzbroschüre – Nachhaltigkeitskultur an Hochschulen