Folge 21: Zwischen TikTok-Trend und Innovationspreis: Mut im Hochschulmarketing

Inside HKomm – Der Podcast

Ein TikTok-Trend, ein mutiger Hochschulpräsident und der 1. Platz beim Social Media Innovationspreis auf dem Hochschulbarcamp. Die TH Deggendorf hat mit ihrem „Pudding mit Gabel“-Reel eindrucksvoll gezeigt, wie modernes Hochschulmarketing funktioniert, wenn man die institutionelle Komfortzone verlässt.

In dieser Folge werfen wir einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen dieses preisgekrönten viralen Hits. Wie überzeugt man die Führungsebene zwischen Tür und Angel von einem vermeintlich albernen Trend? Man erfährt aus erster Hand, wie es sich anfühlt, wenn ein Video die Marke von 1 Million organischen Views knackt – und warum exzellentes Community Management zum Fulltime-Job wird, sobald polarisierende Kommentare die Timeline fluten. Außerdem analysieren wir, warum glattgebügelte Studiengangsvorstellungen keine Reichweite mehr bringen und weshalb der Mut zur Peinlichkeit („Embrace the Cringiness“) ein starker Hebel für mehr Sichtbarkeit ist.

Gäste der Folge: Theresa Köck (Preisträgerin, TH Deggendorf) und Anne Ziegler (Social-Media-Strategin, MANDARIN EDU).

Ina Teloudis 

Ja, herzlich willkommen zu Inside HKomm. Ihr seid hier genau richtig, wenn ihr Hochschul- und Wissenschaftskommunikation gestalten, weiterdenken und euch ein bisschen vernetzen wollt. Ich bin Ina Teloudis und ich freue mich auf diese Folge, Folge 21, weil, es geht wieder so ein bisschen in meine Herzens bubble, in die Social-Media-Bubble nämlich. Und wir sprechen über Content, der viral geht, viral gegangen ist, über Postings, die vielleicht auch gegen alle Erwartungen so richtig durch die Decke gegangen sind, und über das, was im wahrsten Sinne des Wortes preiswürdig ist. Beim Hochschulbarcamp in Essen 2026 Anfang des Jahres wurde ja wieder der Social Media Innovationspreis an eine Hochschule vergeben und da gibt es dann immer so ein Zuschauervoting. Und die Hochschule, die mit ihrem Video gewonnen hat, muss ich kurz erzählen, weil das war so eine witzige Situation. Ihr müsst euch das so vorstellen, wer noch nicht dabei war beim Hochschulbarcamp, so die Shortlist, die es geschafft haben, die werden dann alle noch mal gezeigt. Und als dieses Video gezeigt wurde, war die Reaktion im Raum so: Mischung aus: Boah, haben die das wirklich gemacht?

Und: Oh mein Gott, wie genial ist das denn bitte? Und da wollen wir unter anderem, was dieses Video betrifft, heute so ein bisschen hinter die Kulissen schauen und Mäuschen spielen, wie das entstanden ist. Unter anderem. Dafür habe ich zwei Gäste eingeladen, beide digital zugeschaltet. Natürlich zum einen die Preisträgerin Theresa Köck, stellvertretend für das Team von der TH Deggendorf. Hallo Theresa, schön, dass du da bist.

Theresa Köck

Ja, hallo Ina, schön, dass ich da sein darf.

Ina Teloudis 

Und meine Kollegin Anne Ziegler von Mandarin, Social-Media-Strategin. Schön, dass du auch da bist.

Anne Ziegler

Hallo.

Ina Teloudis 

So, ihr beide stellt euch bitte einmal ganz kurz vor. Was macht ihr? Wer seid ihr? Woher kommt ihr? Was ist so euer Tagesgeschäft? Theresa, fang mal an.

Theresa Köck

Ja, also ich bin Theresa, ich bin 30 und ich habe an der Hochschule, an der ich jetzt auch arbeite, auch studiert. Ich habe Medientechnik studiert und war während des Studiums auch schon studentische Hilfskraft im Marketing in der Abteilung und habe quasi damals unsere Instagram-Kanäle so ein bisschen mit aufgebaut. Seinerzeit, da war das in Hochschulen noch gar nicht so üblich, Instagram zu haben. Und genau, habe dann 2020 fest in der Abteilung angefangen, erst in Richtung Grafik, bin dann aber immer mehr wieder so in die Social-Media-Richtung abgedriftet, weil es einfach bei mir auch so ist, dass das so eine Herzenssache ist. Und genau, da bin ich jetzt. Wir sitzen hier in Deggendorf in der Provinz, hier im Dreiländereck Österreich, Tschechien und Deutschland, im Bayerischen Wald. Und genau, so viel zu mir.

Ina Teloudis 

Okay, dankeschön. Anne?

Anne Ziegler

Ja, in der Provinz sitze ich auch, aber in Norddeutschland, in Mecklenburg-Vorpommern. Genau, ich bin Social-Media- oder Content-Strategin bei Mandarine jetzt in der Agentur. Ich bin 41 Jahre schon alt und bin immer noch im Social-Media-Bereich aktiv, auch wenn ich den ein oder anderen Trend vielleicht nicht verstehe. Aber ja, man bleibt ja immer irgendwie am Ball. Genau, und ich habe eine ganze Zeit in Hamburg gelebt, bin jetzt wieder sozusagen zurückgekommen und bin hier happy.

Ina Teloudis 

Okay, Theresa, ich habe euer Video ja schon gesehen, Anne hat es schon gesehen. Für alle, die es noch nicht kennen, was habt ihr genau gemacht und was habt ihr gezeigt? Ich weiß, es ist immer schwierig, ein Video zu beschreiben, aber versuch's mal.

Theresa Köck

Das Video haben über 1 Million Leute gesehen. Also das würde mich jetzt wundern, wenn das die 3 Leute, die das gerade sehen, nicht gesehen haben.

Ina Teloudis 

Das ist das richtige Mindset. Genau.

Theresa Köck

Nee, genau. Also in dem Video, also ich sage immer ganz gern, wir stellen unseren Campus anhand eines Trends vor. Es war ja damals so ein kleines Ding, so Ja, dieses Pudding mit Gabel essen. So Leute treffen sich draußen, machen was miteinander, junge Menschen treffen sich ohne Handy. Und da dachten wir uns, ja okay, dann machen wir das auch mit unserem Campus. Und dann sind wir dann zu unserem Präsi gegangen und haben gefragt, ob er da Bock drauf hat. Und in dem Video sieht man quasi, wie unser Hochschulpräsident, der Herr Berg, ein stattlicher Mann im Anzug, über den Campus geht und an verschiedenen Orten Pudding mit Gabel isst und dort eben immer sagt, so, ja, ich sitze jetzt hier und hier kann man gut Pudding mit Gabel essen. Und dann am Schluss sagt er, Sie sehen, Man kann bei uns am Campus super Pudding mit Gabel essen. Kommen Sie und studieren Sie bei uns.

Anne Ziegler

Das fand ich mega. Das ist die allererste Frage, die sich wahrscheinlich alle stellen, die dieses Video gesehen haben, ist: Wie habt ihr ihn dazu gekriegt? Musstet ihr ihn überreden? Hast du ihn eigentlich bei Teams angeschrieben und gesagt, hier, Professor Berg, wir treffen uns um 3 draußen auf der Bank, oder wie ist das passiert?

Theresa Köck

Das ist total lustig. Die Frage kam auch total oft in den Kommentaren, aber es war wirklich so. Also wir hatten hier unser Team-Meeting, also wir treffen uns immer montags und machen so eine kleine Redaktionssitzung im Social-Media-Team. Und dann war eben die Frage so, ja, was machen wir denn? Und dann war das irgendwie so ein totales Gedankenpingpong aus uns 4, 5 Personen irgendwie. Und dann kamen wir dann und so, wir könnten doch irgendwie Pudding mit Gabel. Und boah, wie witzig wäre es eigentlich, wenn unser Präsident das machen würde? Und dann sind wir halt im Gang einfach gegenüber vom Büro vom Präsidenten, wo wir uns getroffen haben, und dann sind wir einfach schnell rüber, haben die Referentin des Präsidenten gefragt, ja, hat er denn gerade Zeit? Ah, so in einer halben Stunde. Ja, okay, dann kommen wir in einer halben Stunde. Sind dann rein und Herr Berg, Sie haben doch bestimmt schon mitbekommen, Hier dieses Pudding mit Gabel essen ist ja so ein Ding und wir würden da gern so ein Video machen. Hätten Sie denn diese Woche Zeit und Lust, hier mitzumachen? Und er hat dann so geschaut und er so: Mhm, ja, okay. Dann ging er so rüber, so um seinen Schreibtisch rum, hat sich an seinen Laptop gesetzt und dann so: Ja, Donnerstagmittag hätte er Zeit.

Theresa Köck

Soll das diese Woche noch sein? Ja, ja, diese Woche. Donnerstagmittag um 12:30 Uhr. Ja, okay. Ja, mach mal. Ja gut. Holen Sie mich ab? Soll ich den Pudding selber besorgen? Nee, nee, machen wir. Ja, okay, gut. Dann bis Donnerstag. Das ist ja mega.

Anne Ziegler

Unglaublich.

Ina Teloudis 

Unglaublich gute Geschichte.

Theresa Köck

Wir waren auch so happy und es ging ja dann noch weiter. Also wir haben ja dann noch ein Folgevideo gedreht und er war auch sofort wieder dabei. Also er war da total happy auch mit dem Outcome. Er hat sich kurz beschwert, weil er meinte, ja, jetzt sind wir da so viral gegangen, er hätte sich da jetzt schon erhofft, irgendwie so ein paar Branddeals zu bekommen, Kooperationsanfragen.

Anne Ziegler

Also Professor Berg ist bereit, bereit für Branddeals, falls das jemand hört. Können Sie sich melden. Also Ina und ich feiern das ja total, dieses Video, das muss man ja sagen. Aber es gab ja auch ein paar kritische Kommentare. Also das ist ja schon sehr mutig, so was zu machen. Auch von eurem Professor ist das schon sehr mutig und das ist ja auch gewollt irgendwie so, das Anecken. Aber ich habe mir ein paar Kommentare durchgelesen und ein paar finden es zu albern für die Hochschule zum Beispiel. Habt ihr das erwartet? Habt ihr euch darauf vorbereitet oder kam das so aus dem luftleeren Raum, sag ich mal?

Theresa Köck

Teils, teils. Also erstens dachten wir so, hey, das wird bestimmt gut ankommen. Also mit dem krassen Erfolg haben wir nicht gerechnet. Und gleichzeitig haben wir auch nicht gerechnet, dass es so deep ist. Also bei manchen Kommentaren dachte ich mir echt so, it's not that deep. Also ernsthaft, das ist einfach ein Präsident, ist ein Professor, ist ein Mann, der irgendwo am Campus halt Pudding mit Gabel isst. Also es ist jetzt nicht, wo ich sage so, oh mein Gott. Also ich persönlich wusste schon, okay, es wird auf jeden Fall anecken. Aber so manche Kommentare, hat man dann auch gesehen, also ich habe mir dann auch immer die Profile angesehen von diesen Kommentatoren, und ich gender ja das absichtlich nicht, weil es waren meistens Männer, und dann war dann halt irgendwie im Profilbild so ein Reichsadler und eine Deutschlandflagge. Also das waren ganz viele aus dem rechten Spektrum, die das sehr kritisch gesehen haben, was glaube ich auch daran liegt, dass dieses Pudding-mit-Gabel-Essen so ein bisschen in die linke Ecke gedrückt worden ist. Also irgendwie wussten wir tatsächlich auch nicht und kommt auch nicht aus der Ecke, deswegen, also dieses Politikum darum, das ist glaube ich so ein bisschen konstruiert und Und es war auch nicht beabsichtigt, dass wir uns da irgendwie positionieren oder so.

Theresa Köck

Also das war tatsächlich gar nicht der Fall. Wir haben halt aber diesen Trend aufgegriffen und das war's. Und das ist so ein bisschen instrumentalisiert worden, glaube ich, aus der rechten Ecke. Wie gesagt, hat man dann auch gemerkt an den negativen Kommentaren. Viele negative Kommentare kamen dann auch aus der Ecke. Aber klar, also man muss natürlich auch ernst nehmen, wenn Leute sagen, ist zu albern. Ja, okay, aber kam halt gut an, kam halt vor allem auch bei jungen Leuten gut an und das ist eben unsere Zielgruppe. Und also die Haufen Kommentare, die wir bekommen haben, und auch so viele neue Follower. Also es war für uns auf jeden Fall ein Erfolg. Und ja, auch kritische Stimmen geben uns Reichweite.

Ina Teloudis 

Ja, ja, ist so. Das ist so. Und Diskurs ist ja auch immer in Ordnung. Am schönsten ist es ja, wenn es dann so weit geht, dass Kommentierende miteinander darüber diskutieren.

Anne Ziegler

Genau.

Theresa Köck

Also es wurde da auch diskutiert. Wir haben natürlich auch, also Thema Community Management, also Sachen, die unter die Gürtellinie gingen. Haben wir auch letztendlich einfach gelöscht. Also es waren wirklich teilweise Kommentare dabei, die Richtung Bodyshaming gingen und die haben wir einfach gelöscht, weil wir uns dachten, nee, also es soll niemand über sich lesen müssen. Und also unser Präsident, der Herr Berg, der hat auch Kinder im Teenageralter, also die sollen so was auch nicht lesen müssen. Und genau das war uns ganz wichtig, dass da irgendwie niemand beleidigt wird.

Anne Ziegler

Ich fand ja eure Antworten, die waren ja schon sehr bold so, also schon so, ja, wir wissen, was wir hier machen und wir ziehen das jetzt durch. Habt ihr euch da abgestimmt oder habt ihr die so spontan rausgehauen oder wie habt ihr das gemacht?

Theresa Köck

Also ich habe das dann tatsächlich gemacht, das Community Management, weil es einfach richtig viel war. Es war ein Fulltime-Job, also wirklich 3 Tage lang war ich quasi den Großteil meiner Arbeitszeit am Kommentare beantworten. Und also das war schon viel Arbeit und letztendlich war ich mir da auch recht sicher, das schreiben zu können, weil wir, unsere Abteilung, auch schon viel Rückhalt auch von unserer Führungskraft von der Martina, die da einfach wirklich auch hinter uns steht. Sie will immer alles wissen, damit sie dann eben auch das rechtfertigen kann und vor anderen, die dann irgendwie kritisch sind, das auch erklären kann. Aber ansonsten steht sie wirklich zu 100% hinter uns und vertraut uns da und hat auch von Anfang an gesagt, das ist ja mega und toll und wow. Und deswegen haben wir uns da auch sehr bold kommentieren getraut.

Anne Ziegler

Sehr schön. Also Martina steht hinter euch. Wie war so die übrige Resonanz, also das übrige Feedback so von der Hochschule? Gab es da schon viel Stirnrunzeln oder waren die alle begeistert?

Theresa Köck

Ganz gemischt, wirklich ganz gemischt. Also von vielen Seiten kam so, boah krass und ja toll und dass das auch so gut ankam. Der Erfolg gab uns da ein bisschen recht. Also natürlich gab es viele, die sich am Anfang dachten, so was ist denn das für ein Krampf, hier auf gut bayerisch gesagt, und die sich dann aber ein bisschen überzeugen haben lassen vom Erfolg eben des Videos. Es gab aber auch viele, die dann auch, ja, wo man dann in den Gängen gemunkelt hat, so wie kann der Präsident so was machen, das ist ja voll peinlich. Aber ja, also Also schon schade, dass das auch nicht so verstanden wurde, sondern eben als dieses große alberne Ding gesehen wurde. Aber hat jetzt nicht dafür gesorgt, dass wir in dem Sinn unsere Strategie geändert haben.

Ina Teloudis 

Das ist ja auch so ein ganz klassisches Spannungsfeld eigentlich. Auf der einen Seite will man ganz authentisch sein oder muss es ja auch bei Instagram oder TikTok. Man muss ja authentisch sein und nah an der Zielgruppe. Und dann gibt es immer die Würde des Instituts, so die Hochschule und der wissenschaftliche Charakter, bei euch ja auch ganz doll als Technische Hochschule. Das muss man ja immer irgendwie wie navigieren. Wie macht ihr das normalerweise? Du hast gerade gesagt Social-Media-Strategie. Wie viel Fun und Pudding ist dabei und wie viel Deep Dives in Sachen Wissenschaftskommunikation ist so dabei? Wie macht ihr das?

Theresa Köck

Ganz gemischt. Wir achten natürlich schon darauf, dass wir eine gewisse Balance haben, und dafür haben wir zum Beispiel auch unsere verschiedenen Kanäle. Also natürlich ist jetzt auf TikTok ist alles ein bisschen flapsiger als jetzt auch auf Instagram und natürlich auch auf LinkedIn. Aber nichtsdestotrotz schauen wir, dass uns irgendwie auch der Spaß nicht verloren geht, vor allem unseren studentischen Hilfskräften. Also das meiste, was bei uns auf den Kanälen passiert, wird von unseren Studierenden und uns quasi gemeinsam erarbeitet. Und natürlich versuchen wir auch überall diesen Anspruch reinzubekommen, den Anspruch durchzusetzen, dass es irgendwie hochqualitativer Content ist. Und ja, wir müssen auch informieren, wir wollen auch informieren. Bei uns war es tatsächlich auch so, seit Wintersemester haben wir jetzt eine Studierenden-App, wo wir auch eben Veranstaltungen und grundsätzliche Infos besser kommunizieren können. Das heißt, es ist jetzt ein bisschen von Social Media weggegangen und unsere Kanäle sind jetzt wirklich mehr darauf ausgerichtet, neue Studierende anzuwerben. Also es war so ein kleiner Switch jetzt eben im letzten Jahr. Und dann war es auch so, wir hatten letztes Sommersemester, also von letztes Jahr April bis Juli, hatten wir sogenannte Themenwochen. Und das war bisschen die Idee, eben unsere Fakultäten, unsere Professor*innen so ein bisschen abzuholen und denen auch zu zeigen so, hey, wir machen was für euch und ihr müsst uns jetzt eben Sachen liefern, weil selber kennen wir uns halt nicht aus.

Anne Ziegler

So.

Ina Teloudis 

Kannst nicht in jeder Fakultät zu Hause sein, ne?

Theresa Köck

Genau. Also ich war in der Fakultät Elektrotechnik, Medientechnik, aber mit Elektrotechnik habe ich jetzt auch nicht so viel am Hut. Und dann war das eben so ein Ding von, ja, liefert uns was und dann machen wir 4 bis 5 Posts in dieser Woche und die Studierenden, die ihr habt, also da haben wir auch eben Studiengang eben so eine Person gehabt, die dann diese ganze Woche Stories gepostet hat im Rahmen dieser Themenwochen, um da eben so diesen ganzen Content aus den Fakultäten mal irgendwie gepostet zu haben. Und das lief zum Teil ganz gut, also die Fakultäten waren extrem zufrieden, weil die haben sie natürlich gesehen gefühlt, und das hat auch in vielerlei Hinsicht die Zusammenarbeit sehr verbessert, weil wir viel, viel mehr Kontakt hatten zu den einzelnen Personen aus den Fakultäten als davor, also nachhaltig einfach das Verhältnis verbessert. Aber was wir gemerkt haben, war auch, dass wir dadurch, dass es natürlich dann sehr spitz zielgruppenspezifische Beiträge alles waren, also wirklich so, okay, du interessierst dich für Cybersecurity, hier ist ein Beitrag.

Ina Teloudis 

Da sagen ja viele gleich nein und scrollen weiter.

Theresa Köck

Ja, ja. So ganz viele spezifische Posts auf unserem großen Kanal, der ja relativ allgemein eigentlich ist von der Zielgruppe her. Man hat extrem gemerkt, wie krass unsere Reichweite eingebrochen ist, weil natürlich ja Die Zielgruppe war einfach klein von den einzelnen Beiträgen und das hat man sehr gemerkt. Die Likes waren gering und irgendwann wusste man einfach, oder irgendwann war die Reichweite einfach wirklich nur noch bei 2.000 bis 5.000 Views und das bei einem Kanal von 17.000 Followern ist es halt wirklich sehr, sehr wenig. Und das war so ein bisschen die Bestätigung dafür, dass wir einfach wirklich nicht so themenspezifisch sein können, sondern wirklich mehr schauen müssen, dass wir Themen haben, die eine breite Masse interessieren und nicht nur unsere Studierenden, die einen spezifischen Studiengang haben und dann dieser Content für sie ausgespielt wird.

Anne Ziegler

Jetzt hast du schon die Zahlen mit angedeutet. Also kannst du denn mit diesen Zahlen, mit der Engagement Rate oder auch mit der Reichweite, dann die Hochschulleitung auch davon überzeugen, dass das der richtige Weg ist, den ihr jetzt eingeschlagen habt? Oder ist das immer noch so ein bisschen, naja, ich will mal sagen, Kampf ist so ein negatives Wort, aber es kommen ja doch schon sehr viele Stakeholder wahrscheinlich auf euch zu, die alle irgendwie gesehen werden wollen. Aber lassen sie sich überzeugen mit den Zahlen, mit den Reportings?

Theresa Köck

Teils, teils. Also viele verstehen das schon, beziehungsweise bei manchen ist es ja auch so, da kommt es halt irgendwo aus der Fakultät und die müssen das irgendwo teilen. Und dann ist natürlich der erste Weg erst mal zu Social Media. Und wenn wir dann sagen, so, ja, ist jetzt eigentlich nicht so das Thema für uns, dann kann man schon mit denen diskutieren. Und wenn es jetzt wirklich ist, wenn man sagt, okay, ja, das muss aber geteilt werden, weil dann postet man es halt in die Story. Also wir schauen da schon immer, dass wir auch dieses gute Verhältnis, das wir jetzt zu den Personen aufgebaut haben, auch beibehalten und die in dem Sinne auch ein bisschen zufriedenstellen. Aber wir sieben einfach viel, viel mehr aus seitdem und haben auch wirklich das aktiv kommuniziert, dass wir nicht mehr jede Exkursion bei uns auf Instagram posten werden. Weil wenn man halt jedes Semester die gleiche Exkursion macht, dann sagen die Follower halt auch irgendwann so, ach ja, jetzt sind die Bauingenieure schon wieder in der Kläranlage, ja cool. Ist halt irgendwann auch nicht mehr der Neuigkeitswert. Aber ja, genau, ich habe schon das Gefühl, dass das Vertrauen auch ein bisschen besser geworden ist.

Theresa Köck

Also durch das Ganze, durch erstmal diese Themenwochen und dann auch den Erfolg, der mit diesem Pudding mit Gabel Video kam, ist schon ein bisschen so dieses, okay, ich verstehe es nicht, die verstehen es, mach mal. Also gefühlsmäßig hat sich ein bisschen verbessert.

Anne Ziegler

Ja, sehr cool. Auf welchem Kanal lief das Reel eigentlich am besten? Am besten? Auf Insta oder TikTok?

Theresa Köck

Kommt drauf an, wie man es sieht. Also mehr Aufrufe hat es auf jeden Fall auf Instagram, aber die Engagement Rate war auf TikTok besser. Also wir haben da auf TikTok mehr Kommentare und auch mehr Likes für die Aufrufe. Und man muss auch sagen, also auf Instagram hat uns das Video, ich habe die Zahlen gerade da, 534 neue Follower beschert, auf TikTok 812 oder nee, schmarrn, 838. Und das zweite Video, wo dann unser Präsident quasi auf die Kommentare reagiert hat, das haben wir dann noch nachgeschossen, hat uns dann auch noch mal 800 auf TikTok und 600 auf Instagram beschert. Genau.

Anne Ziegler

Ihr habt das aber nicht noch mal mit Budget unterfüttert, oder?

Theresa Köck

Wir hatten die noch nie beworben.

Anne Ziegler

Krass.

Theresa Köck

Was wir aber getan haben, weil wir ja gemerkt haben, dass unser Herberg sehr, sehr gut ankommt auf den sozialen Medien. Wir haben jetzt dieses Jahr eine Ad geschaltet mit was anderem, weil es gibt auch eine tolle Rede, oder als er den Amtsantritt hatte, also als er zum Präsidenten gewählt worden ist, haben wir ihn auch interviewt und dann haben wir ihn gefragt, ob er einen Tipp hat für die Studierenden, für die Neuen, oder was er denn den Studierenden sagen möchte. Und dann sagt er so: „Hart arbeiten, hart Party machen." Und das ist auch so lustig. Und mit diesem Schnipsel in Kombi mit dem, wo er diese Kommentare so vorliest, aus dem haben wir dann so einen Remix gemacht und zum Schluss sagt er dann, also am Ende dieses Videos, es dauert 15 Sekunden maximal, sagt er dann noch so: Sie können bei uns studieren, dann werden Sie lachen. Und das ist halt die Ad, die lief jetzt letzte Woche auf TikTok und ist auch wieder sehr, sehr gut angekommen.

Anne Ziegler

Mega, aber auch wieder mega mutig, finde ich, so was als Ad auszuspielen. Finde ich total gut.

Ina Teloudis 

Finden wir das auch irgendwo organisch? Dann musst du unbedingt noch mal den Link rüberschicken, dass wir den in die Shownotes packen.

Theresa Köck

Können wir machen. Also vielleicht posten wir es noch mal auf Instagram und pushen da den Beitrag, weil letzte Woche, also die Ad lief bisher nur auf TikTok. Auf TikTok mit, ich glaube, 500 Budget hatten wir da für 10 Tage. Genau, lief sehr, sehr gut und werden wir jetzt wahrscheinlich im Laufe des Bewerbungszeitraums auch noch mal auf Instagram machen. Aber kann ich dann gerne durchschicken.

Ina Teloudis 

Ja, unbedingt.

Anne Ziegler

Es gab ja noch so einen kleinen Side-Effekt. Ihr habt es ja in die Passauer Neue Presse geschafft mit dem Pudding mit Gabel essen Reel. War das eine Überraschung für euch oder habt ihr darauf gehofft oder war das eingeplant?

Theresa Köck

Das gab viele Überraschungen in der Hinsicht, weil wir waren ja nicht nur in der PMP, das ist ja hier unsere Lokalzeitung einfach, sondern wir wurden auch bei Antenne Bayern mehrfach genannt. Also am Sonntag habe ich das Video gepostet, am Dienstagmorgen um 8 Uhr in den Nachrichten wurde das erwähnt, dass wir quasi viral gegangen sind mit diesem Video. Und wir hatten dann einen Termin mit unseren Forschungsstandorten und haben halt so, das ist einmal im Semester, da machen wir den Termin, um uns abzustimmen. Und dann sagt die operative Leitung von so einem Forschungsstandort so, ja, sie hat uns übrigens heute im Radio gehört. „Da auf Antenne Bayern, da sind wir gelaufen, dass wir da viral gegangen sind. Wow, toll!" Und es kam dann auch mehrfach vor. Also ich habe dann auch ein O-Ton abgegeben für so Maximalradio Landshut. Dann waren wir noch mal auf Antenne Bayern. Dann, als wir den Preis gewonnen haben, kamen wir auch sonntags in den Good News der Woche auf Antenne Bayern, was ja der bayerische Radiosender eigentlich ist, auch für junge Leute. Und ja, also das war krass. Jedes Mal, wenn wieder was passiert ist, waren wir so krass.

Ina Teloudis 

Das sind so Sachen, die man nicht planen kann. Also nur bedingt kann man da irgendwie drauf einwirken. Aber wenn das dann erst mal so an Fahrt aufnimmt. Wahnsinn. Was für eine Geschichte.

Theresa Köck

Irre.

Ina Teloudis 

Anne, du hast ja jetzt ein bisschen neutral darauf geguckt. Ich war ja schon auch im Preisfieber, quasi beim Barcamp, und habe mir fleißig mitgevotet für euer Video, Theresa, weil ich das so toll fand. Aus strategischer Sicht, was ist denn an diesem Reel jetzt das Besondere? Es ist ja nicht nur, dass der Professor mitgemacht hat. Der Präsident, oder?

Anne Ziegler

Das macht, glaube ich, schon viel aus, dass der Professor das macht. Wenn das jetzt jemand anderes gemacht hätte, also zum Beispiel eine studentische Hilfskraft, dann wäre es, glaube ich, noch anders gelaufen. Ich glaube, das ist schon ein ganz, ganz großer Hebel. Es ist halt einfach ein Trend aus der Zielgruppe adaptiert für die Hochschule. Also es wäre jetzt anders gewesen, hätte sich eine studentische Hilfskraft dahin gesetzt auf eine Bank und hätte gesagt, hier kann man gut Pudding essen. Wäre es nicht das Gleiche gewesen wie jetzt dieser Rundgang über den Campus zum Beispiel, ne. Also da ist schon ganz, ganz viel richtig gelaufen und es zeigt auch den Mut einfach und auch den Willen, die Zielgruppe, also die Studierenden, die ich ansprechen möchte, zu verstehen und in deren Sprache zu sprechen, ne. Und das symbolisiert einfach dieses Reel so stark und deshalb können damit einfach so viele auch ja was anfangen oder interessiert sie dann überhaupt diese Hochschule, würde ich mal so sagen.

Ina Teloudis 

Jetzt kommen natürlich vielleicht die ein oder anderen Stakeholder so, und wie viel mehr Einschreibungen hat das jetzt gebracht, Theresa?

Theresa Köck

Das können wir jetzt noch nicht sagen, weil der aktuelle Bewerbungszeitraum, der läuft ja noch. Also das Reel war ja Ende Oktober, Anfang November, und das heißt, wir werden das dann tatsächlich erst wahrscheinlich zum Start des Wintersemesters dann richtig merken. Aber letztendlich, also so viele Kommentare, wie wir da behalten haben, von wegen so, ja, was kann man denn jetzt studieren und wie läuft es denn ab? Also Glauben wir auf jeden Fall, dass es Auswirkungen hat. Dadurch, dass ja in Bayern jetzt auch wieder ein Abiturjahrgang ist, wird es dieses Jahr sowieso mehr wie letztes Jahr, also grundsätzlich. Aber wir machen ja immer so eine Erstsemesterbefragung, wo dann drinsteht, wie seid ihr auf uns aufmerksam geworden? Und ich hoffe ganz stark, dass da ganz viele dann dieses Video erwähnen. Mal schauen. Also ich werde vielleicht, wenn wir es wissen, kann ich das ja mal rückmelden.

Ina Teloudis 

Ja, aber Reichweite und Sichtbarkeit ist ja einfach mal die Währung, ne? Und alles, was du da hast, kannst du ja gewinnbringend investieren. Und allein die Followerzahlen, die du genannt hast, ne, die ihr dazu gewonnen habt, eigentlich sollte das schon ausreichen, um zu sagen, guck Leute, das hat uns wirklich weit nach vorne gebracht, ne? Weil das musst du, das ist Reichweite, die du nicht kaufen musst, ne?

Theresa Köck

Genau, und wir haben das mal ausgerechnet, die Zahl habe ich jetzt leider gerade nicht da. Aber wir haben mal diesen Wert ausgerechnet, was wir Geld investieren hätten müssen, um diese Reichweiten zu erreichen. Also auch wenn man die Radiowerbung und so weiter mit einberechnet, also da wären wir auf jeden Fall in dem guten 5-, 6-stelligen Bereich gewesen, was wir da an Budget investieren hätten müssen.

Ina Teloudis 

Glaube ich sofort. Antenne Bayern ist teuer. Alte Radiotante, ich weiß das.

Theresa Köck

Ja, ja, ich hatte mich auch schon mal informiert. Ich wollte mal tatsächlich Werbung ausgeben. Ich glaube, Radio Bob schalten, weil es ja deutschlandweit wäre. Ja, genau. Wir sind froh, dass wir da nichts zahlen mussten dafür. Ich wollte noch ergänzen, dass es quasi ja nicht nur in der Medienwelt quasi Anklang gefunden hat, sondern auch unsere Vizepräsident:innen teilweise im Ministerium darauf angesprochen wurden. Also im Bayerischen Ministerium war das auch bekannt und ja, wurde da einfach auch drüber gesprochen. Also nicht schlecht.

Ina Teloudis 

Jetzt könnte man sich natürlich fragen, warum machen das denn nicht alle so? Alle Hochschulen, die Instagram bespielen, warum machen die das nicht alle so? Greifen Trends auf, versuchen da irgendwie ihr eigenes Ding draus zu drehen. Ist das Top Fehler Nummer 1? Was würdet ihr sagen, dass das nicht passiert?

Anne Ziegler

Ich glaube, der Top Fehler Nummer 1 ist, nicht seinem Social-Media-Team zu vertrauen. Das glaube ich. Also dieses Vertrauen in den Mut auch, wenn das nicht da ist und wenn ich immer noch glaube, ich kann hier mit der x-ten Vorstellung meines Studiengangs, den ich organisch ausspiele, irgendwie noch neue Studierende auf mich aufmerksam machen. Das ist, glaube ich, halt ein Fehler einfach, ne. Und guck mal, Theresa hat da studiert, die kommt ja quasi gerade aus der Zielgruppe und macht Content für die Zielgruppe. Und ich weiß, es gibt so viele Stakeholder in der Hochschule, die alle ihre Ansprüche und Anforderungen haben und sich nicht gesehen fühlen und so weiter. Und das miteinander zu verknüpfen ist sehr, sehr schwer. Aber Ich kann hier echt nur den Appell rausgeben: Vertraut eurem Social-Media-Team.

Theresa Köck

Und ich denke mir, also natürlich ist ja auch die Frage, ja, warum machen wir das nicht immer so? Also letztendlich ist es ja jetzt auch so ein Leuchtturm-Reel gewesen bei uns. Wir hatten schon einmal noch weitere sehr gute Reels vorher und nachher, aber da war einfach wirklich durch das Momentum, das war genau das Richtige zu dieser Zeit. Und ich glaube, vor allem so eine Zeit, wo sich junge Leute von älteren Leuten eh nicht so gesehen und ernst genommen fühlen, da irgendwie so einen gestandenen Mann im Künstliche Intelligenz hinzustellen, der irgendwie deren Sprache spricht, war einfach genau die richtige Entscheidung. Und haben wir natürlich seitdem auch wieder versucht, auf das aufzuspringen und das irgendwie auch zu nutzen. Aber ja, das funktioniert halt dann mal und dann sagt der Algorithmus wieder, ah, jetzt wieder nicht so, oder dann ist es irgendwann doch irgendwann cringe, oder ja, genau. Also mein Motto hier ist eigentlich immer auch so embrace the cringiness. Man darf auch mal ein bisschen peinlich sein und sich da nicht viel dabei denken. Und das ist, glaube ich, auch das Wichtigste, dass man sich einfach selber nicht zu ernst nimmt, auch wenn man eine Bildungseinrichtung ist.

Vor allem dann, weil letztendlich, wie du sagst, auch Anne, so irgendwie dieses Trockene, okay, ich stelle jetzt wieder diesen Studiengang vor, wird niemanden erreichen, vor allem nicht organisch. Und ja, das ist auch noch so ein Thema. Also vor allem, wenn man im Hochschulkontext mit den Stakeholdern spricht, Unterschied Ads und organisch zu erklären, ist auch immer so ein Ding. Und von daher gibt es da ganz viele Schwierigkeiten. Deswegen ja, trust the social media team.

Ina Teloudis 

Gott, was für ein schönes Schlusswort. Aber wir können noch gar nicht Schluss machen. Also wenn ihr nicht noch was Wichtiges habt. Aber ich habe noch eine ganz wichtige Frage. Es gab ja ein Preisgeld für das Siegervideo, 1.500 Was habt ihr damit gemacht?

Theresa Köck

Das ist ganz lustig, weil die Martina, also meine Vorgesetzte, meinte dann auch so: Ja, was macht ihr denn? Was macht ihr denn mit dem Geld? Und ich habe dann so gemeint: „Ja, also wir würden uns gern Canva Pro von dir kaufen." „Ach, ihr Mäuse!" Ihre Reaktion war exakt die gleiche. Sie hat mich so angesehen, so: „Ach, ach, Theresa, das ist jetzt aber schon süß." Ja, jetzt genau überlegen wir halt einfach eine Party zu schmeißen, wo wir den Herrn Berg einladen. Aber da gibt es noch nichts Konkretes. Aber wir versuchen natürlich natürlich das irgendwie dem Team zugutekommen zu lassen, dass wir irgendwie mal so, keine Ahnung, Sektempfang, essen gehen, was Besonderes irgendwie. Genau.

Ina Teloudis 

Canva Pro gibt es hoffentlich trotzdem.

Theresa Köck

Das haben wir zusätzlich bekommen. Ja.

Ina Teloudis 

Na siehst du. Theresa, vielen, vielen Dank, dass du ein bisschen ausgeplaudert hast, ein bisschen erzählt hast. Also ich glaube, ich werde Herrn Berg nicht vergessen. Also das ist so ein Viral Moment 2025 auf jeden Fall. Schön, dass du ein bisschen erzählt hast, und wir behalten euren Kanal im Auge.

Anne Ziegler

Auf jeden Fall.

Theresa Köck

Danke, das freut mich sehr, und ja, gerne wieder.

Ina Teloudis 

Anne, bevor wir den Sack zumachen, magst du einmal für uns alle so deine Main Takeaways zusammenfassen? Wie viele sind es? 3, 4, 5? Mal loslegen.

Anne Ziegler

Ja, so 3, 4, 5. Ich leg los. Also, ich glaube, das Stärkste, was wir heute gesehen haben, ist, dass sich Mut auszahlt einfach. Auch Content, der polarisiert, ne, bringt natürlich Reichweite, aber er muss einem trotzdem immer noch zur Hochschule passen, und er muss authentisch sein. Und wenn ich dann den Präsidenten noch vor die Kamera kriege, das ist natürlich Gold. Aber auch der braucht Mut, um da mitzumachen. Also Mut ist sozusagen das Oberste. Dann zweitens, die Führungsriege muss auch irgendwie mitspielen. Also das Social-Media-Team braucht einfach das Vertrauen der Vorgesetzten und braucht auch irgendwie den Rückhalt, auch gerne der Fakultäten. Man muss nicht alles verstehen, man muss nicht jeden Trend verstehen, man ist auch nicht die Zielgruppe. Aber wenn das Social-Media-Team auch auch das Vertrauen der Führungsebene hat, dann sind die sicherer, dann trauen sie sich mehr und dann hebt sich dieser Kanal einfach von den anderen Hochschulkanälen auch ab. Dann hat er die Chance dazu. Dann das Dritte, würde ich sagen, ist, dass Strategie und Bauchgefühl sich nicht ausschließen. Also es braucht schon klare Kommunikationsziele, ne. Was soll dieser Account bezwecken? Wen wollen wir erreichen? Das hatte Theresa vorhin auch so schön gesagt, dass sie einen kleinen Wechsel hatten, also dass sie vorher viele Events für die eigenen Studierenden auch gepostet haben und sich jetzt eben konzentrieren auf Studieninteressierte.

Anne Ziegler

Das ist ja schon ein Strategiewechsel, da kannst du ganz anderen Content spielen. Und das ist eben die Strategie. Mit Bauchgefühl meine ich, also man braucht trotzdem immer noch dieses Gespür für den richtigen Moment, ne. Wann kann ich so ein Pudding-mit-Gabeln-essen-Video spielen und wann nicht mehr. So, dafür braucht es irgendwie auch so ein Bauchgefühl. Das Vierte ist, ja, Offline ist nicht tot. Also man kann mit Online-Sachen auch immer noch offline irgendwie gut performen. Dass das mit aufgegriffen wird, finde ich auch total witzig. Auch, dass das Radio das aufgegriffen hat.

Ina Teloudis 

Ja, super, unbezahlbar.

Anne Ziegler

Ey, wirklich toll. Also ein richtiger Erfolg. Und das Fünfte, was gerade jetzt dieses Jahr besonders aktuell ist, ist das Engagement schlägt halt Reichweite. Ein Reel kann eine gute Reichweite haben, aber wenn die Zielgruppe, wenn die eigene Community dieses Video teilt, ist das immer noch sowohl der stärkste Hebel als auch das stärkste Zeichen dafür: Wir haben alles richtig gemacht. Wir haben unser Ziel erreicht, indem wir die richtigen Leute angesprochen haben. Das hat eine Relevanz, dieser Content, und deshalb wird es weitergeschickt. Genau, ich würde sagen, das sind meine Key Takeaways für heute.

Ina Teloudis 

Okay. Hey, dankeschön, Anne, fürs Zusammenfassen. Das war's. Damit sind wir am Ende mit unserem Blick auf dieses sehr besondere Reel, dieses sehr besondere Instagram Reel. Ich finde, hat eine Menge Inspiration, also mir auf jeden Fall gegeben, fürs nächste Social-Projekt. Und vielleicht auch die Zuhörenden, die gerade drüber nachdenken, vielleicht auch mit ihren komischen Ideen mal eine Etage höher zu gehen. Sprecht eure Präsidentin an, sprecht euren Präsidenten an. Vielleicht klappt ja das eine oder andere. Das war Folge 1. Folge 21 von Inside Hochschulkommunikation, powered by Bundesverband Hochschulkommunikation und Mandarin EDU. Feedback, Themenwünsche nehmen wir sehr gerne. Schreibt uns, alle Infos in den Shownotes. Und da natürlich auch wie versprochen noch mal verlinkt der Pudding mit Gabel-Ess-Beitrag. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge in 14 Tagen.

Weiter
Weiter

Folge 20: Wissenschaftskommunikation 2026: PR, Strategie & echte Partizipation.